ARD: Offene Spezifikation lässt KI‑Agenten Tools im Web selbst finden

20.06.2026 | Allgemein, KI

ARD erlaubt Agenten, zur Laufzeit passende Tools zu finden, auf Sicherheit zu prüfen und direkt zu nutzen. Google bringt ARD in Gemini Enterprise.

In Kürze

  • Agenten suchen, wählen und laden Fähigkeiten zur Laufzeit
  • Kataloge (ai-catalog.json) + Registries liefern Index und Verifikationsdaten
  • Open Source v0.9; Google, Hugging Face & Partner liefern erste Implementierungen

Google hat zusammen mit Partnern wie Cisco, GitHub, Hugging Face, Microsoft, Nvidia und Snowflake eine offene Spezifikation namens Agentic Resource Discovery (ARD) vorgestellt. ARD soll KI‑Agenten erlauben, zur Laufzeit selbstständig passende Tools und Dienste im Web zu finden, auf Sicherheit zu prüfen und direkt zu nutzen. Google integriert die Technik in die Gemini Enterprise Agent Platform.

Warum das relevant ist

Bisher mussten Entwicklerinnen und Entwickler im Voraus wissen, welche Tools ein Agent braucht und diese manuell bereitstellen. ARD ändert das: Agenten sollen selbstständig suchen, passende Fähigkeiten auswählen und sie dynamisch laden können. Drei Fragen stehen dabei im Mittelpunkt: Wo finde ich eine Fähigkeit? Welche davon passt am besten zur Aufgabe? Und: Ist sie sicher?

Wie ARD praktisch funktioniert

ARD setzt auf zwei Hauptbausteine: Kataloge und Registries.

  • Kataloge

    Service‑Anbieter veröffentlichen auf ihrer Domain eine ai-catalog.json. Diese Datei listet die Fähigkeiten auf, die der Dienst anbietet. Die Domain selbst dient als Vertrauensanker; der Eintrag liegt unter einem festen .well-known‑Pfad.

  • Registries

    Das sind Suchdienste für Agenten. Sie crawlen die Kataloge, indexieren die Einträge und liefern bei einer Anfrage passende Ressourcen zurück – inklusive Verifikations‑Metadaten, mit denen ein Agent die Vertrauenswürdigkeit prüfen kann.

Ablauf für einen Agenten

Ein Agent fragt eine Registry nach passenden Fähigkeiten, bekommt eine Liste mit Metadaten und wählt eine Ressource aus. Anschließend lädt der Agent die gefundene Funktion zur Laufzeit, nutzt die angegebene Schnittstelle (API oder ein natives Protokoll) und liefert das Ergebnis an die Entwicklerinnen und Entwickler zurück.

Open Source, Integration und erste Implementierungen

ARD liegt als v0.9‑Entwurf vor und ist Open Source unter der Apache‑2.0‑Lizenz. Google bringt die Spezifikation in die Google Cloud / Gemini Enterprise Agent Platform ein; Partner wie Hugging Face haben bereits Referenzimplementierungen gezeigt. Eine vollständige Partnerliste und die technischen Spezifikationen findest du auf der offiziellen ARD‑Webseite.

Quellen

  • Quelle: Agentic Resource Discovery (ARD) / Google
  • Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
  • Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.

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