Apple baut Teile von Apple Intelligence und Siri künftig auf Googles Gemini.
In Kürze
- Gemini als Basis
- Lokal + Private Cloud
- Unklar: Daten & Schutz
Apple will Teile von Apples KI-Funktionen — darunter Apple Intelligence und künftig auch Siri — künftig auf Googles KI-Basis Gemini aufbauen. Gemini ist das große Sprach‑ und Textmodell von Google, das bereits hinter vielen intelligenten Funktionen steht. Die Ankündigung hat bei vielen iPhone‑Nutzer:innen Fragen zum Datenschutz und zur Cloud‑Sicherheit ausgelöst.
Was Google sagt
Google‑Chef Sundar Pichai bezeichnete sein Unternehmen in einer Mitteilung als „bevorzugten Cloud‑Anbieter“ für Apple und erklärte, man freue sich auf die Zusammenarbeit an der nächsten Generation von Apples Foundation‑Modellen. Die Formulierung wiederholte auch Googles Chief Business Officer Philipp Schindler. Auf Nachfrage von Analysten gaben die Manager keine weiteren technischen oder vertraglichen Details preis.
Was Apple sagt
Apple betonte bereits im Januar, dass Apple Intelligence weiterhin lokal auf den Geräten laufen solle und zusätzlich in Apples sogenannter Private Cloud Compute angeboten werde — einer abgeschotteten Cloud‑Umgebung, in der Apple eigenen Angaben zufolge spezielle Aufgaben verarbeite. Apple verspricht, seine Datenschutzstandards einzuhalten. Siri wurde in der gemeinsamen Mitteilung jedoch nicht extra genannt, und Apple‑Chef Tim Cook verweigerte ebenfalls detaillierte Angaben zur Umsetzung.
Wie Daten derzeit fließen
Der aktuelle Betrieb unterscheidet sich je nach Funktion:
- Einige KI‑Modelle laufen lokal auf dem Gerät, andere Anfragen werden an größere Modelle auf Apples Servern geschickt.
- Apple sagt, Daten in der Private Cloud Compute würden nur zur Ausführung der jeweiligen Aktion genutzt und anschließend gelöscht; sie sollen nicht für KI‑Training weiterverwendet werden und seien für Mitarbeiter nicht einsehbar.
- Allerdings existiert laut Apple keine Ende‑zu‑Ende‑Verschlüsselung für diese Verarbeitung.
- Zusätzlich werden Siri‑Interaktionen bislang transkribiert und ausgewertet.
- Wer die ChatGPT‑Integration in Siri nutzt, sendet Daten an die Server von OpenAI.
Was als Nächstes geplant ist
Bloomberg‑Reporter Mark Gurman berichtet, die erste Version der neuen, auf Gemini beruhenden Siri werde auf Apples eigener Cloud‑Infrastruktur laufen.
- Für künftige KI‑Funktionen in iOS 27 — darunter ein erwarteter Siri‑Chatbot — werde offenbar auch der Einsatz der Google Cloud diskutiert.
- Google hat kürzlich eine Lösung vorgestellt, die an Apples Private Cloud Compute erinnert; ob und wie diese Lösung zum Einsatz kommt, ist noch offen.
- Apple nutzt bereits seit Jahren Google‑Clouddienste, etwa zum Hosting von iCloud‑Daten.
Offene Fragen
Der Vertrag zwischen Apple und Google scheint auch Cloud‑Dienste von Google zu umfassen, was bei Nutzer:innen Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Datenhoheit ausgelöst hat.
- Welche Daten wandern in welche Cloud?
- Wie lange werden die Daten gespeichert?
- Welche technischen Schutzmaßnahmen gelten?
Konkret fehlen bislang Angaben dazu, welche Daten in welche Cloud wandern, wie lange sie gespeichert werden und welche technischen Schutzmaßnahmen gelten. Sowohl Apple als auch Google haben zentrale Detailfragen bisher nicht abschließend beantwortet.
Quellen
- Quelle: Apple / Google
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




