Apple klagt OpenAI — OpenAI veröffentlicht Chats als Gegenbeleg

05.08.2026 | Allgemein, KI

Apple beschuldigt OpenAI, bei Abwerbungen Geschäftsgeheimnisse übernommen zu haben. OpenAI veröffentlichte Chats und widerspricht Apples Darstellung.

In Kürze

  • Apple wirft Abwerbung und Mitnahme von Geschäftsgeheimnissen vor
  • OpenAI publizierte iMessage‑Verläufe und E‑Mails als Gegenbeleg
  • iCloud‑Zugriffsregeln und einstweilige Verfügung werden nun juristisch geprüft

Apple hat OpenAI verklagt — OpenAI antwortet mit veröffentlichten Chats

Apple wirft OpenAI vor, beim Abwerben von rund 400 Mitarbeitenden Geschäftsgeheimnisse „mitgekauft“ zu haben. In einer überraschend öffentlichen Reaktion hat OpenAI iMessage‑Verläufe und E‑Mails in einem Blogpost veröffentlicht und die Klage als „fahrlässig, aggressiv und persönlich“ zurückgewiesen. OpenAI sagt, die veröffentlichten Nachrichten widerlegten Apples Darstellung.

Was OpenAI vorbringt

  • Falsche Kontaktaufnahme: OpenAI berichtet, dass Apples externe Anwältin im Februar offenbar die falsche Person angeschrieben habe — zwei ähnlich klingende asiatische Nachnamen seien verwechselt worden. Später habe Apple lediglich mitgeteilt, man kläre „etwaige Probleme“, ohne konkrete Vorwürfe zu benennen. Erst fünf Monate später sei die Klage eingereicht worden.
  • Einstweilige Verfügung: Apple beantragte eine einstweilige Verfügung, also ein vorläufiges Gerichtsmittel, mit dem die Nutzung angeblicher Geschäftsgeheimnisse gestoppt werden soll. Über diesen Antrag ist noch nicht entschieden.
  • Konkreter Vorwurf gegen Ex‑Mitarbeitende: Apple hatte etwa behauptet, der ehemalige Apple‑Angestellte Chang Liu habe nach seinem Weggang weiterhin auf vertrauliche Dateien zugegriffen. OpenAI hat einen iMessage‑Chat veröffentlicht, der laut Firma zeigt, dass Apple‑Mitarbeitende Liu selbst um Hilfe bei der Suche nach diesen Dateien gebeten hatten — ein Beleg, so OpenAI, dass Apple von den Zugriffsrechten wusste. OpenAI macht zudem Apples Zugriffsmanagement für die Probleme verantwortlich.
  • Weitere Fälle: Auch beim früheren Apple‑Manager Tang Tan wehrt sich OpenAI: Demnach habe er keine vertraulichen Informationen anderer Firmen verwendet. Tang Tan war einer der prominentesten Abgänge und einer der Auslöser der Klage.

Bericht zu iCloud‑Nutzung bei Apple

Ein Bericht von The Information ergänzt die Debatte: Demnach ermutige Apple neue Angestellte teilweise, ihre private Apple‑ID auch für dienstliche iCloud‑Nutzung zu verwenden. Da iPhones praktisch oft nur eine Haupt‑Apple‑ID unterstützen, könnten so dienstliche und private Dateien vermischt werden. Bei Kündigung würden zwar Firmenordner und Slack‑Zugänge gesperrt, viele geteilte Dateien außerhalb des geschützten Arbeitsordners blieben aber erreichbar. The Information schreibt, in den letzten zehn Jahren seien Dutzende Ex‑Mitarbeitende betroffen gewesen. Apple betont seinerseits, die Klage betreffe nicht versehentlich mitgenommene iCloud‑Dateien.

OpenAI positioniert sich

OpenAI‑Chef Greg Brockman sagte bereits, OpenAI verfüge über ausreichende eigene Innovationen und brauche keine Geschäftsgeheimnisse anderer Firmen. Die Firma arbeitet zudem an eigener KI‑Hardware — Gerüchte sprechen von einem Smartspeaker oder einem Handy — und hat zu diesem Zweck unter anderem Apples früheren Designchef Jony Ive verpflichtet.

Wie es weitergeht

Der Rechtsstreit läuft weiter. Viele der strittigen Fragen sollen nun durch Gerichtsakten und die veröffentlichten Nachrichten geklärt werden. Wenn du die veröffentlichten Chats und E‑Mails betrachten willst, hat OpenAI diese in seinem Blogpost zugänglich gemacht; über die juristische Bewertung wird letztlich das Gericht entscheiden.

Quellen

  • Quelle: Apple / OpenAI
  • Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
  • Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.

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