Anthropic bietet jetzt einen Memory-Import: Du kannst Chatbot-Daten (z. B. von ChatGPT) in Claude übernehmen.
In Kürze
- Memory speichert persönliche Angaben, Vorlieben, Projekte und Antwortstil
- Import über vorformulierten Prompt, Ausgabe als Code‑Block, danach in Claude einfügen
- Funktion für Bezahlkunden; Datenschutz und Kontextvermischung sind zu beachten
Anthropic macht den Wechsel leichter: Du kannst jetzt die Memory-Daten deines bisherigen Chatbots — etwa von ChatGPT — in Claude importieren.
Die Funktion kommt zu einem Zeitpunkt, an dem OpenAI wegen der Annahme eines Militär-Deals in der Kritik steht und einige Nutzer:innen zu Anthropic gewechselt sind.
Was ist „Memory“?
Memory bezeichnet hier alle Informationen, die ein Chatbot über dich speichert: persönliche Angaben (Name, Wohnort, Beruf, Familie), Vorlieben und Präferenzen, Anweisungen zum Antwortstil, laufende Projekte oder genutzte Tools. Diese Daten sollen Gespräche kontextreicher und persönlicher machen.
Wie der Import praktisch funktioniert
- Anthropic stellt einen genau formulierten Prompt zur Verfügung.
- Du fügst diesen Prompt in einen Chat bei deinem bisherigen Anbieter ein. Der Prompt fordert den alten Bot auf, alle gespeicherten Einträge in einem einzigen Code-Block auszugeben, formatiert nach Datum und Inhalt.
- Gefragt wird ausdrücklich nach mehreren Kategorien:
- Anweisungen zum Antwortstil
- persönliche Daten
- Projekte und Ziele
- genutzte Tools/Programmiersprachen/Frameworks
- Präferenzen/Korrekturen
- sonstiger gespeicherter Kontext
- Der Prompt verlangt, Inhalte möglichst wortgetreu zu lassen — nicht zusammenzufassen oder wegzulassen — und nach dem Code-Block zu bestätigen, ob die Ausgabe vollständig ist.
- Die so erhaltene Ausgabe fügst du dann in Claudes Speicher-Einstellungen ein; Claude aktualisiert daraufhin seinen Memory.
Wer kann das nutzen
Die Import-Funktion steht ab sofort für Bezahlkunden direkt in den Claude-Einstellungen zur Verfügung.
Einschränkungen und Datenschutz
Memory-Systeme sind nicht perfekt: Sie können Fehler machen oder Aussetzer haben. Aus Sicht des sogenannten Context Engineering kann es sinnvoll sein, Memory zu deaktivieren, wenn du ein Konto für sehr unterschiedliche Themen und Projekte nutzt — sonst vermischen sich Kontexte. Nutzt du Claude überwiegend privat und bist damit einverstanden, dass persönliche Angaben bei Anbietern wie OpenAI, Anthropic & Co. in gespeicherten Kontexten auftauchen, kann Memory die Interaktion individueller gestalten. Anthropic weist auf diese Grenzen hin und liefert mit dem Import-Tool lediglich einen Weg, bestehende Kontexte zu übertragen.
Quellen
- Quelle: Anthropic / Claude
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




