Anthropic erweitert Project Glasswing auf rund 200 Partner – kritische Infrastruktur im Fokus

03.06.2026 | Allgemein, KI

Anthropic baut sein Sicherheitsprogramm stark aus: Mehr Partner, mehr Scans, mehr Transparenz.

In Kürze

  • Ausweitung von ~50 auf ~200 Partner aus 15+ Ländern
  • Prüfung von Systemen, deren Ausfall >100 Mio. Menschen betreffen könnte
  • Erste Partner deckten >10.000 schwere Sicherheitslücken auf

Anthropic baut sein Sicherheitsprogramm Project Glasswing deutlich aus: Aus rund 50 Partnern werden etwa 200 Organisationen — mit etwa 150 neuen Partnern aus mehr als 15 Ländern. Ziel: kritische Infrastrukturen wie Energie, Wasser, Gesundheit und Kommunikation mit Hilfe ihres KI-Modells „Claude Mythos Preview“ auf Sicherheitslücken prüfen.

Was wird geprüft?

Anthropic will Systeme untersuchen, die bei einem erfolgreichen Angriff jeweils mehr als 100 Millionen Menschen betreffen könnten. Die Scans sollen Schwachstellen in Software und Infrastruktur finden, die in besonders sensiblen Bereichen genutzt werden.

Erste Bilanz

Die ersten rund 50 Partner des Programms haben laut Anthropic bereits mehr als 10.000 schwere Sicherheitslücken aufgedeckt. Das stärkt die Aussage, dass automatisch unterstützte Prüfungen große Mengen kritischer Probleme identifizieren können.

Behördlicher Zugang

Anthropic sagt, dass auch die EU-Agentur ENISA Zugang zu Project Glasswing erhalten soll. Die genauen Konditionen dafür werden noch ausgehandelt.

Verbreitungsrisiko

Das Unternehmen weist darauf hin, dass andere Firmen in 6–12 Monaten ähnliche Modelle bereitstellen könnten — möglicherweise ohne die gleichen Schutzmechanismen gegen Missbrauch. Diese Warnung dient offenbar dazu, auf potenzielle Risiken einer breiteren Verfügbarkeit solcher Modelle hinzuweisen.

Veröffentlichungsplan

In den kommenden Wochen will Anthropic Teile der Fähigkeiten von „Mythos“ breiter verfügbar machen, sobald nach eigener Darstellung ausreichende Sicherheitsvorkehrungen implementiert sind.

Kommerzielles Angebot

Parallel zu Project Glasswing vertreibt Anthropic bereits ein Produkt namens „Claude Security“, das auf dem Modell Claude Opus 4.8 basiert. Dieses Angebot kann Code-Bestände scannen und Vorschläge für Patches liefern — also konkrete Hilfen zur Schließung gefundener Schwachstellen. Damit kombiniert Anthropic öffentlichkeitswirksam das Aufzeigen von Risiken mit einem kommerziellen Sicherheitsprodukt als Gegenmaßnahme.

Quellen

  • Quelle: Anthropic
  • Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
  • Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.

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