Amazon erweitert Proteus: natürliche Sprachsteuerung und breitere Einsatzorte sollen den Roboter vielseitiger machen.
In Kürze
- Proteus 2 zieht bis zu 400 kg und soll mehr Arbeitsschritte übernehmen
- Natürliche Sprachsteuerung klärt Priorität, Route und Zeitplan im Betrieb
- Tests in US-Zentren laufen, Europa-Start geplant für H1 2027; Teil einer größeren Robotik-Offensive
Amazon hat die zweite Generation seines Lagerroboters Proteus vorgestellt — und äußerlich bleibt erst einmal alles beim Alten: Der Roboter zieht weiterhin Warenkarren von bis zu knapp 400 Kilogramm durch Logistikzentren. Neu sind zwei zentrale Fähigkeiten, die Proteus deutlich vielseitiger machen sollen.
Breiteres Einsatzfeld
Proteus ist künftig nicht mehr nur an Laderampen vorgesehen. Amazon plant, ihn überall dort einzusetzen, wo Güter bewegt werden müssen:
- beim Entladen von Containern
- beim Transport zwischen Arbeitsstationen
- zur Unterstützung von Mitarbeitenden in Fulfillment- und Auslieferungszentren
Die Idee ist, die Maschine in mehr Arbeitsschritten einzubinden als bisher.
Sprachsteuerung per natürlicher Sprache
Die zweite Neuerung betrifft die Bedienung: Proteus kann jetzt natürliche Sprache verstehen. Mitarbeitende sollen dem Roboter Anweisungen so geben können, wie sie sie einem Kollegen sagen würden.
Anschließend legt der Roboter:
- Priorität
- Route
- Zeitplan
fest. Das soll besonders dann helfen, wenn mehrere Roboter und Menschen gleichzeitig unterwegs sind — in der Vergangenheit kam es gelegentlich zu gegenseitigen Blockaden. Ein kurzer verbaler Befehl könnte solche Situationen schneller klären.
Einsatzplan und Testphase
Aktuell läuft Proteus in 25 Fulfillment-Zentren in den USA; die neue Generation wird derzeit in Amazons Laboren getestet. Für Europa hat Amazon den Start im ersten Halbjahr 2027 angekündigt.
Teil einer größeren Robotik-Offensive
Proteus ist Teil einer umfassenderen Robotikstrategie. Neben mobilen Robotern arbeitet Amazon an kollaborativen Systemen und an Technologien, die die Handhabung einzelner Objekte verbessern.
Ein Beispiel ist STARK: Dieses kollaborative System nimmt volle Behälter von Förderbändern und stellt sie auf Wagen, um wiederholtes Heben durch Menschen zu vermeiden. Nach einem Pilotprojekt in Barcelona soll STARK bis 2027 an 15 Standorten in Europa eingesetzt werden.
Rückschläge und Technologietransfer
Nicht alle Projekte laufen ohne Unterbrechung. Anfang des Jahres wurde der Packroboter Blue Jay nach weniger als einem halben Jahr wieder außer Betrieb genommen. Amazon sagt, die dabei entstandenen Technologien sollen in andere Produkte einfließen.
Investitionen und taktile Robotik
Für den Ausbau und die Modernisierung seiner Fulfillment-Aktivitäten in Europa plant Amazon Investitionen von mehr als 10 Milliarden Euro in den kommenden Jahren. Zur Technikoffensive gehört auch Vulcan, Amazons erster Roboter mit Tastsinn — ein Sensor, der dem Roboter erlaubt, Objekte gezielter zu fühlen und zu handhaben.
Vorstellung in London
Die Ankündigungen rund um Proteus, STARK, Vulcan und die Investitionspläne präsentierte Amazon auf seinem „Delivering the Future„-Event in London.
Quellen
- Quelle: Amazon
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




