Amazon startet ein kleines AI Studio bei MGM, um Vor- und Nachproduktion mit KI zu beschleunigen und Budgets zu schonen.
In Kürze
- KI-Tools für Pre- und Postproduktion
- Geschlossener Beta-Start im März, erste Ergebnisse im Mai
- Kombination aus AWS-Infrastruktur und externen KI-Anbietern
Amazon will Kinosets mit KI auf Trab bringen — günstiger, schneller, mit weniger Chaos am Catering-Tisch.
Im August hat Amazon im Studioverbund Amazon MGM Studios ein kleines „AI Studio“ gegründet. Ziel: spezialisierte KI‑Werkzeuge für die Vor‑ und Nachproduktion von Filmen und Serien entwickeln, um Abläufe zu beschleunigen und Kosten zu drücken. Das Team ist bewusst klein, wird von Albert Cheng geleitet (er leitete zuvor Amazons Video- und Filmsparte) und arbeitet eng mit der Cloud‑Infrastruktur von AWS sowie mehreren Anbietern großer Sprach‑ und Textmodelle zusammen.
Wie das praktisch aussehen soll
Die Tools sind für Pre‑ und Postproduktion vorgesehen: also Planung und visuelle Vorbereitung vor dem Dreh sowie Effekte, Bildbearbeitung und Schnitt danach.
- Planung und visuelle Vorbereitung vor dem Dreh
- Effekte, Bildbearbeitung und Schnitt danach
Amazon verspricht eine feinere Kontrolle als bei bisherigen KI‑Lösungen — Werkzeuge, die Regisseur:innen, VFX‑Teams und Cutter dabei helfen sollen, kreative Ideen schneller umzusetzen und Budgets zu schonen.
Ein konkretes Beispiel
In der zweiten Staffel von „House of David“ mischte der Regisseur reale Aufnahmen mit KI‑generierten Szenen. Das Ergebnis waren längere, aufwendige Kampfszenen, ohne dass die Kosten explodierten — ein praktischer Einsatzfall, der zeigt, wie KI zur Produktionsökonomie beitragen kann.
Wer bereits mittestet
Ab März sollen ausgewählte Industriepartner die Software in einem geschlossenen Beta‑Test ausprobieren; erste Ergebnisse sind für Mai geplant.
- VFX‑Spezialist Robert Stromberg (unter anderem „Avatar“)
- Schauspieler Kunal Nayyar
- früherer Pixar‑Animator Colin Brady
- Regisseure wie Darren Aronofsky und James Cameron zeigen sich offen gegenüber dem KI‑Einsatz oder experimentieren bereits damit
Jobs, Kreativität und Sorgen in Hollywood
Albert Cheng betont, die Werkzeuge sollen menschliche Kreativität beschleunigen, nicht ersetzen. Gleichzeitig gibt es in der Branche Sorgen um Arbeitsplatzverluste: Amazon hat seit Oktober rund 30.000 Stellen gestrichen und nennt Strukturveränderungen sowie verstärkte Nutzung von KI als Gründe. Auch Beschäftigte von Prime Video waren von den Kürzungen betroffen, was die Debatte um Automatisierung in der Filmbranche zusätzlich befeuert.
Kleines Team, große Infrastruktur
Technisch setzt Amazon auf seine AWS‑Cloud, kombiniert mit externen KI‑Anbietern. Das AI Studio bleibt vorerst kompakt, will aber durch diese Infrastruktur skalierbare Tools liefern, die sich in bekannte Produktionsabläufe einfügen — getestet und weiterentwickelt in Zusammenarbeit mit etablierten Kreativen.
Zeitplan in Kürze: geschlossener Beta‑Start im März, erste Ergebnisse im Mai.
Quellen
- Quelle: Amazon Prime Video
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




