Airbnb baut eigene KI in Support, Suche und Produktentwicklung ein und will Prozesse global automatisieren.
In Kürze
- KI-Agent bearbeitet bereits rund 30% der Supportfälle in Nordamerika; weltweiter Rollout geplant
- Neuer CTO Ahmad Al‑Dahle treibt AI-native App und neue Tools für Gastgeber voran
- Plattformdaten (200M verifizierte IDs, 500M Bewertungen) sollen personalisierte Erlebnisse und Wachstum fördern
Airbnb setzt verstärkt auf eigene KI — und du wirst das bald häufiger merken.
Der Konzern baut Künstliche Intelligenz in mehrere Kernbereiche ein: Kundenservice, Suche, Produktentwicklung und interne Abläufe. Hier die wichtigsten Fakten, kompakt und verständlich.
- Kundenservice
- Suche
- Produktentwicklung
- interne Abläufe
Kundenservice: KI übernimmt schon viel
In Nordamerika bearbeitet ein eigens entwickelter KI-Agent inzwischen etwa ein Drittel der Support-Fälle. Airbnb plant, dieses System weltweit auszurollen und geht davon aus, dass innerhalb eines Jahres mehr als 30 Prozent aller Support-Tickets — per KI-Voice und Chat dort, wo auch menschliche Agenten arbeiten — automatisch abgewickelt werden. CEO Brian Chesky argumentiert, dass das Kosten senkt und die Servicequalität steigert; laut ihm kann die KI manche Probleme sogar besser lösen als Menschen.
Kurz gesagt: Deine nächste Anfrage könnte deutlich schneller und automatisiert beantwortet werden.
Neue Technikführung und Produktfokus
Airbnb hat Ahmad Al‑Dahle von Meta als neuen CTO geholt. Er soll das Unternehmen stärker in Richtung „AI-native“ führen. Ziel ist eine App, die Nutzerinnen und Nutzer besser kennt und Reisen ganzheitlicher plant — von der Suche über die Buchung bis zur Kommunikation mit dem Gastgeber. Auch Gastgeber sollen durch neue Tools bei der Verwaltung ihrer Unterkünfte unterstützt werden, sodass Prozesse insgesamt effizienter laufen.
Ein Datenvorteil, den einfache Chatbots nicht haben
Chesky hebt hervor, dass Airbnb über Daten und Funktionen verfügt, die Standard-Chatbots nicht einfach nachbauen können:
- etwa 200 Millionen verifizierte Identitäten
- 500 Millionen firmeneigene Bewertungen
- die Möglichkeit, Gastgeber direkt zu kontaktieren — ein Schritt, den rund 90 Prozent der Gäste nutzen
Diese Plattformdaten sollen als Grundlage dienen, über die eine KI-Schicht gelegt wird, um Wachstum zu beschleunigen.
Finanzkennzahlen und Ausblick
Im vierten Quartal erzielte Airbnb 2,78 Milliarden US-Dollar Umsatz und lag damit über den Erwartungen. Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen 2,59 bis 2,63 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr prognostiziert Airbnb ein Umsatzwachstum im „niedrigen zweistelligen“ Prozentbereich.
Konkurrenz durch große KI-Plattformen — Airbnb sieht sich gut aufgestellt
Investoren fragten, ob große KI-Plattformen in den Kurzzeitmietmarkt eindringen könnten. Chesky weist das zurück und betont, dass Airbnb neben einer Verbraucherseite auch spezielle Gastgeber-Apps, einen umfangreichen Kundenservice sowie Schutzmechanismen wie Versicherungen und Verifizierungen anbietet — Strukturen, die in den vergangenen 18 Jahren aufgebaut wurden. Zudem laufen über die Plattform mehr als 100 Milliarden Dollar an Zahlungen.
Suche, Werbung und neuer Traffic
Airbnb setzt KI bereits für einen kleinen Teil der Suchanfragen ein und testet konversationelle Suchfunktionen. Langfristig sollen in der Suche auch bezahlte Einträge erscheinen. Chesky sagt, dass KI-gestützte Chatbots als erste Entdeckungsquelle („Top-of-funnel“) dienen und dieser Traffic sich sogar besser in Buchungen umsetzen lasse als Traffic von Google — ein Vorteil für Airbnb, falls sich das bestätigt.
Intern: KI wird Alltag bei Entwicklerinnen und Entwicklern
Etwa 80 Prozent der Airbnb-Ingenieurinnen und -Ingenieure nutzen bereits KI-Tools; das Unternehmen hat das Ziel, diese Quote bald auf 100 Prozent zu bringen.
Was jetzt passiert
Airbnb investiert stark in eigene KI-Systeme, um Service, Suche und Produktfunktionen zu verbessern und Wachstum zu fördern. In den kommenden Monaten sollen Teile der Technik schrittweise ausgeweitet und global eingeführt werden — sowohl für Gäste als auch für Gastgeber.
Quellen
- Quelle: Airbnb
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




