Acti bringt eine KI‑Tastatur, die im Chat bleibt und Aktionen ausführt.
In Kürze
- Führt Aufgaben direkt in Apps aus
- Setzt auf Googles Gemini und Skills
- Local‑first Datenschutz; 5,3 Mio. USD Seed
Stell dir vor, deine Tastatur kann mehr als Wörter vorschlagen — sie führt Aufgaben für dich aus, mitten in den Apps, die du ohnehin schon nutzt. Genau das hat das Singapurer Startup Acti jetzt für iOS und Android angekündigt: eine KI‑Tastatur, die im Chat bleibt, Kontext behält und auf Wunsch Aktionen startet.
Was die Tastatur macht
Acti beschreibt das Konzept als „agentic keyboard“: Die Tastatur soll nicht nur tippen helfen, sondern eigenständig Aktionen ausführen. Anstatt zwischen Messenger, E‑Mail und einer separaten KI‑App zu wechseln, bleibt der Dialogkontext in der Tastatur verfügbar. Das ermöglicht etwa, direkt im Chat ein Restaurant vorzuschlagen, einen aktuellen Aktienkurs einzublenden oder einen Meeting‑Link zu teilen — ohne die App zu verlassen.
Wie die Technik arbeitet
Unter der Haube nutzt Acti Googles Gemini‑Modelle. Laut Acti liefern diese Modelle einen Kompromiss aus Intelligenz, Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit, Mehrsprachigkeit und Kosten. Zentraler Baustein sind die sogenannten „Skills“: anpassbare Kurzbefehle auf der Tastatur, die mehrere Schritte automatisieren. Du formulierst in normaler Sprache, was passieren soll, und Acti baut daraus einen Skill.
Bedienung und Beispiele
Einige eingebaute Skills sind schon vorinstalliert:
- „T“ (bei langem Druck übersetzen)
- „C“ (Meeting‑Link verschicken)
Vor dem offiziellen Start haben Tester in weniger als zwei Wochen über 1.000 Skills erstellt. Skills können privat bleiben oder über einen öffentlichen Marktplatz geteilt werden; dort gibt es bereits Beispiele wie:
- Live‑World‑Cup‑Daten
- Links zu Polymarket
Acti plant, den Marktplatz später auch als Einnahmequelle zu nutzen.
Privatsphäre und Daten
Acti setzt auf ein „local‑first“‑Prinzip: Standardmäßig bleiben persönliche Kontextdaten auf dem Gerät. Die App greift nicht auf private Nachrichten oder Konversationen zu und speichert diese nicht — außer wenn du bewusst eine Funktion nutzt, die externe Verarbeitung voraussetzt. So sollen sensible Inhalte erstmal lokal bleiben.
Geschäftsmodell und Finanzierung
Monetarisierung soll über Abo‑Pläne laufen, die etwa Zugriff auf leistungsfähigere KI‑Modelle, höhere tägliche Nutzungslimits und zusätzliche Premium‑Features bieten. Aktuell hat Acti 5,3 Mio. USD Seed‑Finanzierung abgeschlossen, geführt von BITKRAFT Ventures. Ein Investor sagte, das Team habe gute Chancen, die nächste Phase der Mensch‑Computer‑Interaktion mitzugestalten.
Wer steckt dahinter
- CEO Young Wang: bringt rund zehn Jahre Erfahrung von Baidu mit — dort war er unter anderem an der Facemoji‑Tastatur beteiligt, die auf über 300 Millionen tägliche Nutzer skaliert wurde.
- CTO Mike Sun: war Lead bei Baidus Yike Album, das auf über 10 Millionen tägliche Nutzer kam.
- CSO Junbo Yang: kommt von HashKey Capital, wo er Konsumenten‑Investments leitete.
Was das praktisch bedeutet
Acti versucht, KI direkt in die wichtigste Schnittstelle fürs Tippen zu integrieren: Text wird so zum Träger von Absicht, die die Tastatur in Aktionen übersetzen kann. Für Nutzer:innen heißt das weniger App‑Wechsel und mehr Interaktion in einem Arbeitsfluss — ganz ohne zusätzliche Fenster oder Kopieren‑Einfügen.
Quellen
- Quelle: Acti
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




