Microsoft ordnet Copilot neu: Home, Code und ein dauerhaft laufender Autopilot. Für leistungsintensive Agentenfunktionen gilt künftig nutzungsbasierte Abrechnung.
In Kürze
- Neue Struktur: Home, Code, Autopilot
- Autopilot läuft dauerhaft in der Cloud mit eigener Identität
- Agentenfunktionen wie Autopilot und Code werden nutzungsabhängig abgerechnet
Microsoft teilt Copilot in drei Teile — und ändert das Preismodell
Microsoft bringt sein Copilot-Angebot in eine neue Struktur: Home, Code und Autopilot. Parallel dazu passt das Unternehmen das Abrechnungsprinzip an: Für einige Funktionen zahlst du künftig nach Verbrauch statt pauschal.
Drei Bereiche: Home, Code, Autopilot
- Home: Chat, Übersicht und Office-Integration in einem Interface.
- Code: Tools, mit denen auch Nicht-Entwickler per natürlicher Sprache Apps, Dashboards und Automatisierungen bauen können.
- Autopilot: ein dauerhaft laufender, proaktiver Agent, der Aufgaben automatisch abarbeitet.
Autopilot — ein immer aktiver Agent in der Cloud
Autopilot (früher „Scout“) läuft dauerhaft in der Cloud und hat eine eigene Identität, eigenen Cloud‑Compute, Speicher und Arbeitsbereich. Er soll Aufgaben selbstständig erledigen, etwa Teams‑Kanäle überwachen, Lieferantenbewertungen koordinieren oder wiederkehrende Prozesse abwickeln.
Du kannst den Agenten per @‑Erwähnung in Teams, Outlook oder in Dokumenten ansprechen; er arbeitet weiter, auch wenn du offline bist.
Technisch basiert Autopilot auf OpenClaw und nutzt Microsoft IQ, um Organisationsabläufe zu verstehen. Laut Microsoft kommen Zugriffsrechte, Audit‑Funktionen und Governance mit, damit Unternehmen Kontrolle und Nachvollziehbarkeit behalten.
Code — Apps bauen ohne zu programmieren
Der Bereich „Code“ richtet sich an Anwender, die keine Entwickler sind, aber eigene Apps, Dashboards oder Automatisierungen brauchen. Per natürlicher Sprache sollen sich solche Artefakte erzeugen lassen. Unter der Haube steht die gleiche Technik wie bei GitHub Copilot; ausgeführt wird alles in einer abgesicherten Umgebung, der sogenannten „Copilot Managed Runtime“.
Home — Chat und ein Dashboard für den Alltag
Home bringt Chat und Zusammenarbeit zusammen. Ein neues Dashboard namens „Today“ fasst E‑Mails, Kalender, Teams‑Nachrichten und Aufgaben an einem Ort. Word, Excel und PowerPoint sind direkt in Copilot eingebettet, sodass du Inhalte ohne Wechsel zwischen Anwendungen bearbeiten kannst. „Today“ startet in eine private Vorschau im Oktober.
Abrechnung: nutzungsbasiert statt Flatrate für bestimmte Funktionen
Microsoft trennt die Basisfunktionen von den leistungsintensiveren Agenten‑Funktionen: Die reguläre Copilot‑Lizenz deckt künftig Chat und Office‑Integrationen ab. Funktionen wie Autopilot, Code und „Cowork“ werden hingegen nutzungsabhängig abgerechnet — du zahlst also nach Verbrauch. Mit diesem Schritt reduziert Microsoft das bisherige Flatrate‑Subventionsmodell.
Welche KI‑Modelle greifen wann?
Ein automatischer Router soll pro Anfrage das passende Modell wählen — abgestimmt auf Genauigkeit, Geschwindigkeit und Kosten. Microsoft plant, verstärkt eigene, effizienzoptimierte Modelle einzusetzen, die kostengünstiger sind; laut Hinweis können diese Modelle manchmal nicht das Qualitätsniveau der sogenannten Frontier‑Modelle erreichen. Für die nutzungsbasierten Funktionen will Microsoft deshalb auch Frontier‑Modelle nutzen, etwa OpenAI’s Astra und Anthropic’s Fable.
IT‑Administratoren bekommen Kontrollmöglichkeiten: Sie können festlegen, welche Modellfamilien für welche Nutzergruppen verfügbar sind. Zusätzlich kündigt Microsoft neue „FinOps‑for‑AI“‑Tools an, um KI‑Ausgaben im Blick zu behalten.
Zeitplan und Verfügbarkeit
- Home und Code: Ausrollung in den nächsten Wochen über Microsofts Frontier‑Programm.
- Autopilot: private Vorschau startet Ende September.
- Code: soll später im Jahr für Microsoft‑365‑Premium‑und Pro‑Abonnenten verfügbar werden.
Nadellas Perspektive
Satya Nadella sagte, Microsoft wolle Autopilot mittelfristig auch für Konsument:innen anbieten und verwies auf mehr als 100 Millionen Microsoft‑Consumer‑Abonnenten. Er schätzt den Markt für Agenten als größer ein als den Cloud‑Markt und sieht in Agenten potenziell eine Rolle, die Vermittler ersetzen könnte. Diese Angaben stammen aus Aussagen von Nadella und offiziellen Microsoft‑Mitteilungen.
Quellen
- Quelle: Microsoft
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




