Bundestag plant eigenen KI‑Chatbot für Abgeordnete und Verwaltung – Ziel: schnellere Bearbeitung bei hohem Datenschutz.
In Kürze
- Bot übernimmt Transkripte, Textüberarbeitung und Vorselektion von Anfragen
- Eigene Lösung gegen Schatten‑KI; personenbezogene Daten werden maskiert
- 12‑monatiger Test; Nutzung freiwillig, Zugang nur nach Schulung
Der Bundestag will bis Ende des Jahres einen eigenen KI‑Chatbot für Abgeordnete und Verwaltungsmitarbeitende einführen, kündigte Vizepräsidentin Andrea Lindholz an. Das Ziel: Alltagsthemen schneller abarbeiten – bei gleichzeitig hohen Datenschutz‑ und Sicherheitsvorgaben.
Was der Bot können soll
Der Einsatz ist breit geplant. Der Chatbot soll Routineaufgaben übernehmen, zum Beispiel das Transkribieren von gesprochenem Wort, sprachliche Überarbeitungen, die Vorbereitung von Redebeiträgen und das Sortieren von Standardanfragen. Ein besonders wichtiges Feld ist die Filterung und Priorisierung von Bürgeranliegen: Büros werden zunehmend von automatisierter Massenpost überschwemmt, da soll die KI zuerst vorsortieren.
Warum eine eigene Lösung entsteht
Hintergrund ist die Sorge um sogenannte „Schatten‑KI“ – also externe, unregulierte KI‑Werkzeuge, die Abgeordnete privat nutzen könnten und die das Risiko von Datenlecks bergen. Die Verwaltung will deshalb eine sichere Alternative anbieten; ein vollständiges Verbot privater Tools ist jedoch schwierig, weil Abgeordnete unabhängig sind.
Technik und Datenschutz
Ein Berliner Startup wurde beauftragt, die Lösung zu entwickeln. Die Plattform soll verschiedene große Sprachmodelle anbinden können. Personenbezogene Daten werden demnach automatisch maskiert oder gefiltert, bevor sie an ein Modell weitergereicht werden – ein Kernpunkt, damit sensible Informationen geschützt bleiben.
Regeln, Nutzung und Haftung
Der Umgang mit dem System orientiert sich am AI Act der EU. Wichtigste Vorgaben:
- Es ist verboten, personenbezogene Daten in das System einzugeben.
- Vollständig von der KI erzeugte Texte und Bilder müssen eindeutig als solche gekennzeichnet werden.
- Zugang gibt es nur nach verpflichtenden Schulungen und nach Unterzeichnung der Nutzungsregeln; aus Sicherheitsgründen werden individuelle Zugänge vergeben.
- Die Nutzung ist freiwillig.
- Rein KI‑generierte Reden oder Grußworte sind ausgeschlossen; die KI darf bei Ideenfindung und Überarbeitung helfen, die persönliche Haltung und die Verantwortung der Abgeordneten bleiben jedoch maßgeblich. Abgeordnete behalten die Haftung für Inhalte.
Zeitplan und Evaluation
Geplant ist ein zwölfmonatiger Testzeitraum. Danach soll die Praxistauglichkeit geprüft und das System an etwaige neue Sicherheitsanforderungen angepasst werden.
Quellen
- Quelle: Bundestag
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




