Im Leipziger Hbf öffnet Robyn’s: Ein Roboterarm kocht autonom.
In Kürze
- Bereitet, portioniert und spült
- 80–120 Bowls/Stunde; 150/Tag geplant
- Hygiene vom Veterinäramt geprüft
Mitten im Leipziger Hauptbahnhof hat am 16. September das Restaurant „Robyn’s“ eröffnet — ein Modellversuch, bei dem ein Roboterarm den Großteil der Küchenarbeit übernimmt. Laut Gründer Florian Schneider handelt es sich um das erste Restaurant in Deutschland, das frische Speisen nach eigenen Angaben ohne menschliche Hilfe zubereitet.
Was der Roboter kann
Ein mechanischer Greifarm nimmt Pfannen, dosiert Zutaten grammgenau, rührt und gart auf einem von acht Kochfeldern. Das fertige Gericht landet in einer To‑go‑Schale aus Pappe, die der Arm ausgibt. Auch der Abwasch gehört zu seinem Aufgabenfeld: Er räumt die Spülmaschine ein und aus. Gäste wählen ihr Gericht an einem Touchpad und können dem Geschehen hinter einer Glasscheibe zusehen. Auf der Karte stehen vegane Bowls ebenso wie Kaiserschmarrn; die Rezepte stammen von einem ehemaligen Sternekoch.
Leistung und Kosten
Der Küchenroboter, der vom Hamburger Unternehmen goodBytz gemietet wird, schafft je nach Gericht 80 bis 120 Bowls pro Stunde. Betreiberseitig flossen rund 100.000 Euro in die Einrichtung; als Teststandort dient Leipzig. Um wirtschaftlich zu arbeiten, rechnet der Betreiber mit etwa 150 verkauften Gerichten pro Tag. Vor Ort ist zunächst nur ein Mitarbeiter geplant, der die Zutatenmagazine nachfüllt und als Ansprechpartner dient.
Standortwahl und Motivation
Der Standort im Hauptbahnhof gilt als vorteilhaft wegen hoher Kundenfrequenz und des Bedarfs an schnellen Speisen. Axel Klein, Landeschef des Dehoga, sieht das Angebot als sinnvolle Ergänzung: Es biete einen Showeffekt, funktioniere in einer Bahnhofsumgebung und reagiere auf Personalmangel und steigende Lohnkosten. Klein weist außerdem darauf hin, dass Roboter programmierten Standards folgen und „werden nicht krank“ — also keine Ausfälle wegen Erkältungen oder ähnlichem.
Hygiene und Kontrolle
Das Veterinäramt soll die Abläufe überwachen und die Hygienestandards kontrollieren. Betreiber und Behörden betonen, dass die automatisierten Prozesse dokumentiert und kontrollierbar seien.
Getränke aus zweiter Maschine
Die Getränke liefert ein zweites System aus der Schweiz: Hinter Glas bereitet der Roboter bis zu 35 verschiedene Getränke zu, darunter zehn Kaffeesorten, frische Limonaden und alkoholfreie Mocktails.
Der Versuch in Robyn’s ist ein Test, ob sich in einem belebten Bahnhofsumfeld mit minimalem Personal frische Gerichte schnell, hygienisch und wirtschaftlich zubereiten lassen.
Quellen
- Quelle: Robyn’s / goodBytz
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




