US-Regierung unterstützt OpenAI im Streit mit der New York Times: Training mit Artikeln sei rechtlich zulässig und sicherheitsrelevant.
In Kürze
- Stellungnahme stärkt OpenAIs Verteidigung
- Argumente: fair use und nationale Sicherheit
- Relevanz für Verlage und KI-Training
Die US-Regierung hat im laufenden Rechtsstreit zwischen der New York Times (NYT) und OpenAI eine überraschend klare Position bezogen: In einem „Statement of Interest“ stellt sie sich auf die Seite von OpenAI und argumentiert, dass das Trainieren von KI-Modellen mit urheberrechtlich geschützten Texten keinen Urheberrechtsverstoß darstelle und zudem für nationale Sicherheitsinteressen wichtig sei.
Worum es geht
Am 27. Dezember 2023 reichte die NYT Klage gegen OpenAI und Microsoft ein. Die Times wirft den Unternehmen vor, Millionen ihrer Artikel ohne Erlaubnis zum Training der GPT‑Modelle verwendet zu haben — ein Eingriff, der Abo-, Lizenz- und Werbeeinnahmen bedrohe. OpenAI kontert, die NYT habe Beweise mit sogenannten Prompts konstruiert. Zudem beantragten die klagenden Verlage Sanktionen gegen OpenAI mit dem Vorwurf, relevante Beweise zurückgehalten und Milliarden von ChatGPT‑Protokollen gelöscht zu haben.
Warum die Regierung sich einmischt
Die Trump‑Administration hat sich erstmals in ein KI‑Urheberrechtsverfahren eingebracht, bleibt formal aber keine Partei des Verfahrens. Ihr Kernargument: Ein Urteil zugunsten der NYT könnte US‑KI‑Aktivitäten schwächen und damit Risiken für die nationale Sicherheit erhöhen — etwa für Geheimdienste, Waffensysteme und Gefechtsentscheidungen, die auf KI angewiesen seien. Ein negatives Urteil könnte laut Regierung ausländischen Gegnern Vorteile bringen.
Praktisch argumentiert das Papier außerdem, dass Lizenzgebühren in der Höhe, die Verlage fordern könnten, für die meisten Firmen unerschwinglich wären — bezahlt werden könnten sie faktisch nur von den größten Tech‑Konzernen. Das würde etablierte Medienhäuser bevorteilen und kleinere Anbieter benachteiligen; KI könne dagegen helfen, unabhängigen Autorinnen und kleineren Herausgebern wettbewerbsfähiger zu bleiben. Als Bild verwendet die Regierung ein menschliches Lernbeispiel: Eine Autorin, die Werke einer anderen abschreibt, um deren Stil zu verstehen — so ähnlich funktioniere auch maschinelles Training. Das Papier verweist zudem darauf, dass die NYT selbst KI‑Werkzeuge bei der Textbearbeitung einsetzt.
Technisch-rechtliche Linie: Trennung von Training und Ausgabe
Die Regierung fordert eine strikte Trennung zwischen Training und Ausgabe. Das bloße Verwenden geschützter Inhalte zum Training mache diese Inhalte nicht automatisch öffentlich zugänglich. In diesem Zusammenhang übt das Statement Kritik an einem abweichenden Urteil gegen Meta, das anders beurteilt hatte.
Was auf dem Spiel steht
Der Prozess gilt als wegweisend dafür, ob Gerichte das Training von KI‑Modellen als durch die „faire Nutzung“ (fair use) gedeckt ansehen. Ein Urteil könnte weitreichende Folgen haben — für Verlage, Technologieunternehmen und Entwicklerinnen gleichermaßen.
Der Fall läuft weiter; ein Termin für eine Entscheidung wurde bisher nicht genannt.
Quellen
- Quelle: US-Regierung / OpenAI / New York Times
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




