KI hilft Ministerien; ihr Einsatz bleibt unklar.
In Kürze
- Mensch prüft KI
- Prompts unklar
- Kipitz schützt Daten
Wer schreibt eigentlich die Ministerreden — Menschen oder Maschinen?
Nach Berichten über maschinell erstellte Reden und Gastbeiträge des Digitalministers Karsten Wildberger wollte die Partei Die Linke genau das wissen und stellte eine Anfrage: Welche KI‑Modelle setzen die Ministerien ein, welche sogenannten Prompts (also die Anweisungen an die KI) werden verwendet und wie wird das dokumentiert?
Die Bundesregierung antwortet: KI ist ein alltägliches Hilfsmittel. Solange ein Mensch das Ergebnis fachlich und qualitativ prüft, sei eine gesonderte Kennzeichnung grundsätzlich nicht nötig. Die Verantwortung für Inhalte liege beim Menschen; KI ersetze weder Zielsetzungen noch Haltung.
Trotzdem gibt es eine Transparenzlücke. Konkrete Details — etwa welche Prompts eingesetzt werden oder wie stark KI bei Reden und Texten tatsächlich zum Einsatz kommt — werden nicht offengelegt. Ministerien nennen solche Informationen entweder „interne Zwischenergebnisse“ oder geben an, dass entsprechende Aufzeichnungen gar nicht vorliegen.
Für besonders schützenswerte Dokumente setzt der Bund auf eine interne Plattform namens Kipitz. Sie läuft im Rechenzentrum des ITZBund und erlaubt es Behörden, vertrauliche Texte mit Sprachmodellen (KI‑Systeme, die Texte erzeugen) zu bearbeiten, ohne dass Daten an externe Anbieter abfließen.
Außerdem gilt eine Qualifizierungspflicht: KI darf in den Ministerien erst nach entsprechender Schulung eingesetzt werden. Beispiele aus der Antwort:
- Im Bundeswirtschaftsministerium ist ein mehrteiliger „KI‑Führerschein“ Voraussetzung, um Zugang zu erhalten.
- Beim Bundesverwaltungsgericht und beim Bundeszentralamt für Steuern ist ein „KI‑Kompetenz‑Schein“ Pflicht.
- Behörden wie das Umweltbundesamt und das Thünen‑Institut bieten umfangreiche Schulungen, Sprechstunden und Praxishilfen an.
Kurz gesagt
KI ist bereits Teil des Behördenalltags — es gibt Regeln, Schulungen und eine geschützte Infrastruktur für sensible Daten. Gleichzeitig bemängeln Oppositionsparteien die ausweichende Auskunftspolitik: Wichtige Details über den konkreten Einsatz von KI bleiben nach wie vor unklar, und der Digitalminister wurde öffentlich für mangelnde Transparenz gerügt.
Quellen
- Quelle: Bundesregierung
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




