Amazon baut 7,65‑GW KI‑Campus in Texas – Genehmigung erlaubt bis zu 33 Mio. t CO2?

09.08.2026 | Allgemein, KI

Amazon plant in Pecos County einen netzunabhängigen KI‑Campus mit 7,65 GW; Genehmigung erlaubt bis zu 33 Mio. t CO2/Jahr. Anwohner warnen vor Wasser-, Lärm- und Luftproblemen.

In Kürze

  • Campus startet mit 35 Gasturbinen und 7,65 GW Leistung, zunächst netzunabhängig.
  • Erlaubte Emissionen bis 33 Mio. t CO2/Jahr – potenziell größte Emissionsquelle in den USA.
  • Konflikte wegen Wasserentnahme, Lärm und Luftverschmutzung; Amazon plant später Solar und Speicher.

Amazon baut in Texas einen gigantischen, netzunabhängigen Campus für KI‑Rechenzentren — und sorgt damit für Aufmerksamkeit wegen Umfang und möglicher Emissionen.

Was geplant ist

Amazon hat in Pecos County Land gekauft und Genehmigungen für den sogenannten „GW Ranch“-Campus eingeholt. Für den Start liegen Bauanträge für drei Rechenzentrumsgebäude vor; Satellitenbilder zeigen bereits Rodungsarbeiten auf dem Gelände. Entwickelt wird das Projekt von Pacifico Energy.

Wie groß das wird

Geplant ist eine Erzeugungskapazität von 7,65 Gigawatt, erzeugt von insgesamt 35 Gasturbinen. Das ist eine ungewöhnlich hohe Leistung für Rechenzentren — 7,65 GW zählen in Kraftwerksgrößenordnungen. Später soll der Standort um Solarstrom und Batteriespeicher ergänzt werden.

Netzunabhängiger Betrieb

Um Engpässe im öffentlichen Netz zu umgehen, soll die Anlage anfangs als Insel betrieben werden: also vollständig eigenständig Strom erzeugen und das Gelände versorgen, ohne die lokale Strominfrastruktur zu nutzen. Amazon erklärt, die Eigenversorgung diene dazu, die Strompreise für texanische Haushalte nicht zu belasten; man plane, den Campus später schrittweise ans Netz anzuschließen, wenn Kapazitäten vorhanden seien.

Emissionen: Genehmigte Obergrenze und Bedeutung

Eine erteilte Genehmigung erlaubt Emissionen von bis zu 33 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Würde dieser Wert ausgeschöpft, wäre das Projekt die größte einzelne Emissionsquelle in den USA und würde das emissionsstärkste Kohlekraftwerk übertreffen. Das Thema steht damit zentral in der öffentlichen Debatte um das Vorhaben.

Weitere technische Details und Ressourcenverbrauch

Für die Kühlung will Amazon ausschließlich salzhaltiges, nicht trinkbares Grundwasser nutzen.

Kritiker und Anwohner bringen genau hier Sorge zum Ausdruck:

  • Lärm
  • Luftverschmutzung
  • hoher Wasser- und Flächenverbrauch in ohnehin trockenen Regionen

Position von Amazon

Amazon verweist auf etwa zehn Gigawatt an CO2-freier Energie, die man nach eigenen Angaben durch rund 40 Projekte für bestehende Rechenzentren in Texas ermöglicht habe. Außerdem verhandelt das Unternehmen über ein weiteres 4,5‑GW‑Gaskraftwerk in Pennsylvania.

Widerstand aus der Region

In den USA wächst der lokale Widerstand gegen großflächige KI‑Rechenzentrumsbauten. Anwohner beklagen:

  • Lärm
  • zusätzliche Luftverschmutzung
  • hohen Wasserbedarf
  • die Gefahr überlasteter Netze mit steigenden Preisen

In einigen Regionen führten Proteste bereits zu Baustopps oder Moratorien.

Branchentrend: mehr „Behind‑the‑Meter“-Gaskraftwerke

Amazon ist nicht allein: Große Cloud‑Anbieter setzen zunehmend auf netzunabhängige, vor Ort erzeugte Erdgaslösungen — sogenannte Behind‑the‑Meter‑Projekte. Seit Anfang 2025 wurden knapp 60 solcher Projekte mit insgesamt rund 90 GW angekündigt. Ein Beispiel in Pecos County: Microsoft baut zusammen mit Chevron ein 2‑GW‑Gaskraftwerk.

Parallel zur Atomkraft

Parallel investieren Hyperscaler auch in Atomenergie:

  • Microsoft plant etwa die Wiederinbetriebnahme von Three Mile Island Unit 1
  • Amazon hält Anteile an einem Kernkraftwerk
  • Google finanziert kleine modulare Reaktoren (SMRs)

Die US‑Regierung fördert Atomkraft, doch Bürokratie, Netzfragen und das ungelöste Atommüllproblem bremsen einen schnellen Ausbau — weshalb kurzfristig vor allem fossile Gaskraftwerke die Nachfrage nach zusätzlicher Leistung decken sollen.

Stand heute

Für GW Ranch liegen erste Genehmigungen und Bauanträge vor, weitere Genehmigungen und Verhandlungen sind in Arbeit. Wie sich das Projekt in den kommenden Monaten politisch und rechtlich entwickelt, bleibt abzuwarten.

Quellen

  • Quelle: Amazon
  • Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
  • Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.

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