Gericht lässt Minnesotas Verbot für „Nudify“-Apps vorläufig gelten — xAI zieht weiter

02.08.2026 | Allgemein, KI

Richter erlaubt vorläufiges Verbot von „Nudify“-Apps in Minnesota.

In Kürze

  • Verbot vorläufig wirksam
  • xAI reichte Eilantrag zu spät ein
  • Streit um KI-generierte sexualisierte Bilder bleibt offen

Ein Gericht in Minnesota hat vorerst grünes Licht für ein Verbot von sogenannten „Nudify“-Apps gegeben — obwohl der KI-Konzern xAI dagegen klagt, berichtet NBC News. Richter Donovan Frank ließ die Regelung am Freitag in Kraft treten, weil er die Eilklage von xAI für zu spät eingereicht hält.

xAI hatte erst am 29. Juli 2026 eine einstweilige Verfügung beantragt — fast drei Monate nach Verabschiedung des Gesetzes und nur drei Tage vor dessen Inkrafttreten am 1. August. Für den Richter deutet dieses späte Vorgehen darauf hin, dass der behauptete Schaden nicht unmittelbar gewesen sei; deshalb sei ein sofortiger Gerichtsstop des Gesetzes nicht gerechtfertigt.

Das Urteil beendet die Auseinandersetzung nicht. Es erlaubt lediglich, dass das Verbot vorläufig wirksam wird, während der Rechtsstreit weiterläuft. xAI hat angekündigt, weiter gegen das Gesetz vorzugehen und damit das Verfahren in die nächsten Instanzen zu bringen.

Kern des Konflikts ist ein neuartiges Verbot in Minnesota, das Apps untersagt, automatisch „nudified“ Bilder zu erzeugen — also aus Bekleidungsbildern oder Porträts sexualisierte Nacktdarstellungen zu erstellen, oft ohne Zustimmung der Betroffenen. Nach Angaben von xAI greife das Gesetz dabei zu weit: Es treffe mehr, als nötig sei, und weniger einschneidende Maßnahmen könnten denselben Schutz bieten.

Hintergrund der Regelung sind Missbrauchsfälle von Anfang des Jahres. Nutzer der Plattform X nutzten unter anderem xAIs Chatbot Grok, um die Plattform mit nicht-einvernehmlichen sexualisierten Bildern zu überfluten. Das führte zu Untersuchungen und Sperrungen betroffener Konten. X und xAI gehören inzwischen zu SpaceX, was die Unternehmensverflechtungen in der Debatte zusätzlich in den Fokus rückt.

Die Entscheidung des Richters stützt sich vor allem auf prozessuale Erwägungen — nämlich auf das Timing der Klage — und nicht auf eine inhaltliche Bewertung des Gesetzes selbst. Wie das Verfahren weitergeht, bleibt abzuwarten; in jedem Fall wird der Fall die juristische Auseinandersetzung über KI-generierte Inhalte und ihren rechtlichen Rahmen in den USA weiter prägen.

Quellen

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