EU zwingt Google, Android für Dritt‑KIs zu öffnen — Gemini‑Exklusivität weg.
In Kürze
- Wake‑Word für Drittanbieter
- Berechtigungen & Datenschutz
- Fristen bis ’28
Die EU schreibt Google vor: Android muss Dritt‑KI denselben Zugang geben wie Googles eigener Assistent Gemini. Kurz gesagt: Exklusivrechte für Gemini fallen weg, Drittanbieter sollen auf Android genauso viel machen dürfen wie Google selbst — mit klaren Sicherheits- und Datenschutzregeln und festen Fristen.
Was Google öffnen muss
- Drittanbieter‑Assistenten sollen per Aktivierungswort (Wake‑Word) gestartet werden können — also nicht nur „Hey Google“, sondern auch andere Sprachbefehle für externe Dienste.
- Sprachbefehle sollen ausreichen, um Aktionen auszulösen: etwa Bestellungen aufgeben (Essen, Fahrdienst) oder Services starten.
- Dritt‑Apps sollen Bildschirminhalte erfassen und analysieren dürfen, wenn du zustimmst.
- Hintergrunddienste sollen dauerhaft laufen und auf andere Apps zugreifen können, damit mehrstufige Abläufe automatisch ablaufen (die KI führt mehrere Schritte eigenständig aus).
Regeln für Sicherheit und Datenschutz
- Die bestehenden EU‑Regeln wie die DSGVO bleiben gültig.
- Du musst ausdrücklich zustimmen können, welche KI welche Gerätefunktionen nutzen darf.
- Google darf für besonders sensible Funktionen objektive, nicht diskriminierende Zugangsbedingungen verlangen — aber keine zusätzlichen kommerziellen Barrieren errichten.
- Sicherheitsprüfungen sollen durch unabhängige Prüfer bestätigt werden, bevor eine Drittanbieter‑App Zugriff erhält.
Wichtige Fristen
- Bis 1. Februar 2027 soll Google einen Entwurf der Zulassungsbedingungen veröffentlichen; die endgültigen Bedingungen folgen bis 1. Mai 2027.
- Ab 1. Mai 2027 können Entwickler Zertifizierungsanträge stellen; Google muss Prüfungen innerhalb von vier Wochen abschließen.
- Nutzerinnen und Nutzer sollen ab Juli 2027 erste Änderungen spüren.
- Die Funktionen sollen in der nächsten großen Android‑Version (Android 18) spätestens bis 1. August 2027 umgesetzt sein.
- Die Fähigkeit, mehrere Aktivierungswörter gleichzeitig zu erkennen (also mehrere KI‑Dienste per Sprachbefehl anzusprechen), ist bis Android 19, spätestens 1. August 2028, vorgesehen.
Wie die Beteiligten reagieren
- EU‑Kommissarinnen sagen, die Regeln sollen Wettbewerb und Nutzerwahl stärken.
- Google warnt, dass sehr tiefe Rechte für externe Apps Risiken für Privatsphäre und Gerätesicherheit bergen könnten, und behält sich rechtliche Schritte vor.
- Apple zeigt sich zurückhaltend: Siri AI wird zunächst nicht in der EU angeboten, und Apple sperrt einige Öffnungen in iOS, während Gespräche mit der EU laufen.
Was das für dich bedeutet
- Du könntest bald die Wahl zwischen mehreren KI‑Assistenten auf deinem Android‑Gerät haben, die per Sprachbefehl aktivierbar sind.
- Dienste könnten Aufgaben selbstständig übernehmen und komplexe Abläufe für dich ausführen — vorausgesetzt, du gibst die nötigen Berechtigungen frei.
- Gleichzeitig wirst du voraussichtlich häufiger um Einwilligung gebeten sehen und kannst bestimmen, welche Funktionen Apps nutzen dürfen.
- Es bleibt offen, wie schnell Hersteller und Entwickler die technischen Änderungen umsetzen und wie Google auf mögliche gerichtliche Schritte reagiert.
Die Debatte über Sicherheit, Kontrolle und Wettbewerb läuft weiter — und die nächsten Monate bringen die konkreten Regeln und ihre Umsetzung.
Quellen
- Quelle: European Commission
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




