enercity startet einen Pilot: Kund:innen können Zählerstände und Vertragsdaten direkt über ChatGPT abfragen und verwalten.
In Kürze
- Anmeldung per E‑Mail, Plugin in der ChatGPT‑App und einmalige Verknüpfung
- Daten laufen über OpenAI‑Server; kostenpflichtige Konten können Training ausschließen
- Modellfehler möglich; klassische Kontaktwege bleiben bestehen
enercity testet ChatGPT‑Schnittstelle für Zählerstände und Vertragsfragen
enercity (ehemals Stadtwerke Hannover) bietet Kundinnen und Kunden künftig die Möglichkeit, Zählerstände zu melden und Vertragsdaten direkt über ChatGPT abzurufen und zu verwalten. In einer aktuellen Testphase setzt das Unternehmen nicht auf eine eigene KI, sondern nutzt OpenAIs ChatGPT über eine sogenannte Model‑Context‑Protocol‑(MCP‑)Schnittstelle — ein verbreitetes Verfahren, mit dem große Sprachmodelle auf Anwendungen, Webseiten oder Daten zugreifen können.
So läuft der Test ab
- Wer mitmachen möchte, meldet sich per E‑Mail beim enercity‑Kundenservice an.
- Anschließend installierst du ein Plug‑in in der ChatGPT‑App und führst eine einmalige Anmeldung durch.
- Danach kannst du aus der ChatGPT‑App heraus deine Vertragsdaten abfragen oder Zählerstände übermitteln, ohne eine separate enercity‑App zu öffnen.
Für wen ist das gedacht?
enercity adressiert mit dem Angebot vor allem Early Adopters und Menschen, die traditionelle Apps zu kompliziert finden, denen Chatbots dagegen vertraut sind. Die Lösung soll ein unkomplizierterer Weg sein, um Routineaufgaben wie Zählerablesen zu erledigen.
Wie die Daten fließen
- Laut enercity werden so wenige Kundendaten wie möglich weitergegeben — beispielsweise sollen Adresse und vollständiger Name nicht übertragen werden.
- Trotzdem gilt: alle Informationen, die du aktiv im Chat abfragst oder hochlädst, laufen einmal über OpenAIs Server und können dort verarbeitet werden. Kundinnen und Kunden mit einem kostenpflichtigen OpenAI‑Konto können zumindest verhindern, dass ihre Daten zum Training der KI verwendet werden.
Zuverlässigkeit und Risiken
enercity unternimmt Maßnahmen, um das Risiko falscher Angaben durch das Sprachmodell zu reduzieren. Eine völlige Fehlerfreiheit ist jedoch nicht garantiert; es kann daher vorkommen, dass Zählerstände oder Vertragsdetails fehlerhaft wiedergegeben werden. Nutzerinnen und Nutzer sollten prüfen, ob übermittelte Daten korrekt übernommen wurden.
Offen für andere Modelle
Die eingesetzte MCP‑Schnittstelle ist grundsätzlich mit anderen Sprachmodellen nutzbar. enercity plant, die Funktion später auch für andere LLMs zu öffnen. Als Hinweis darauf, wie verbreitet das Protokoll wird, wurde kürzlich ein MCP‑Server in Apples Safari integriert.
Auswertung und Kontaktwege
Nach einigen Wochen will enercity auswerten, wie das Angebot angenommen wird. Eine Abschaltung klassischer Kontaktwege ist aktuell nicht vorgesehen — du kannst also weiterhin wie gewohnt telefonisch oder per E‑Mail mit dem Kundenservice in Kontakt treten.
Kurz gesagt: Du kannst demnächst direkt über ChatGPT mit enercity kommunizieren — das ist bequem, bringt aber Fragen zu Datenschutz und Zuverlässigkeit mit sich.
Quellen
- Quelle: enercity
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




