Google Cloud plant eine „souveräne“ Cloud in Deutschland: Betrieb durch Thales, Preview läuft, Verfügbarkeit Ende 2026.
In Kürze
- Thales verwahrt kryptografische Schlüssel und betreibt die Plattform.
- Drei Stufen: Data Boundary, Dedicated (Deutschland), Air‑Gapped.
- Gemini‑Agenten, TPUs und lokale Hardware; GA bis Ende 2026.
Google Cloud bringt eine „souveräne“ Cloud für Deutschland – mit Betrieb durch Thales und Verfügbarkeit geplant bis Ende 2026. Bis dahin läuft das Angebot in einer Preview‑Phase.
Was Thales macht und wie die Kontrolle regelt ist
Die Plattform wird von Thales betrieben: Das Unternehmen soll bis Ende 2026 die kryptografischen Schlüssel verwahren und die Umgebung über eine neu gegründete, rechtlich und operativ von Google getrennte deutsche Gesellschaft betreiben. Laut Ankündigung gibt Google keinen Zugriff auf Betrieb oder Daten. Das Konzept orientiert sich an einem bestehenden Thales‑Dienst in Frankreich (PREMI3NS). Beide Regionen sollen sich gegenseitig als Ausweichstandort für die Notfallwiederherstellung nutzen. Die Plattform richtet sich nach dem BSI‑Rahmenwerk C3A.
Drei Abstufungen der „Souveränität“
- Data Boundary: Fokus auf Datensouveränität, läuft auf öffentlicher Infrastruktur.
- Dedicated: lokal von einem Partner (hier Thales) betrieben und bietet zusätzlich Betriebssouveränität – das ist die für Deutschland geplante Variante.
- Air‑Gapped: komplett vom Internet getrennt, gedacht für Behörden und Militär; als Referenzen wurden NATO, Bundeswehr sowie Geheimdienste in Großbritannien und Australien genannt.
Alle Stufen sollen API‑kompatibel sein, sodass Anwendungen in der Public Cloud entwickelt und später auf eine souveräne Stufe verschoben werden können. Im europäischen Markt treten unter anderem AWS, Microsoft und deutsche Anbieter wie STACKIT als Wettbewerber auf. Google plant Investitionen von 5,5 Milliarden Euro in Deutschland bis 2029.
KI‑Agenten mit Gemini Enterprise
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Einsatz von KI‑Agenten über Gemini Enterprise. Google will fertige Agenten (zum Beispiel „Deep Research”) bereitstellen und zusätzlich einen No‑Code‑Baukasten anbieten, mit dem Mitarbeitende eigene Agenten an Unternehmensdaten anbinden können. Als Referenz nennt Google Robert Bosch: Laut Ankündigung hat Bosch 120.000 Lizenzen für Gemini Enterprise gekauft und die Plattform nach einem siebenmonatigen Test mit mehreren tausend Power‑Usern unternehmensweit eingeführt. Genannte weitere Kunden sind Mercedes‑Benz und Otto.
Rechenkapazität, Speicher und eigene Chips
Google meldet aktuell eine höhere Nachfrage nach Rechenleistung als vorhandenes Angebot; bestehende Enterprise‑Zusagen sollen priorisiert werden, neue Zusagen werden geprüft. Kurzfristig mietet Google zusätzliche Rechenkapazität bei xAI. Um steigende Speicherpreise abzufedern, setzt Google auf langfristige Verträge und bietet zudem TPU‑Pods zur Nutzung in Partner‑Rechenzentren an.
Bei der Hardware setzt Google weiter auf eigene Prozessoren: Die 8. Generation der TPUs (Tensor Processing Units) für KI‑Workloads wurde angekündigt. Außerdem brachte Google den Arm‑basierten Prozessor Axion ins Spiel, für den Google ein bis zu doppelt so gutes Preis‑Leistungs‑Verhältnis und rund 80 % besseren Wert pro Watt gegenüber x86‑Instanzen nennt.
Zeitplan und Status
Die souveräne Cloud für Deutschland befindet sich derzeit in der Preview‑Phase; die generelle Verfügbarkeit ist für Ende 2026 vorgesehen. Bis dahin sollen Details zu Betrieb, Zertifizierungen und konkreten Kundenangeboten weiter ausgearbeitet werden.
Quellen
- Quelle: Google Cloud / Thales
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




