Wildberger ließ Reden von KI schreiben — Ministerium bestätigt Einsatz

15.06.2026 | Allgemein, KI

Digitalminister Wildberger nutzte KI für Reden und Gastbeiträge; das Ministerium spricht von einem Arbeitsmittel.

In Kürze

  • KI‑Spuren in 2 Gastbeiträgen
  • Bei 30 Reden: 1 wohl komplett, 7 mit Chatbot‑Hilfe
  • Redaktionen nicht vorinformiert; Prüfungen laufen

Wildberger ließ Reden und Gastbeiträge von KI schreiben — Ministerium bestätigt Einsatz

Der Digitalminister Karsten Wildberger hat Teile seiner Texte von Künstlicher Intelligenz verfassen lassen — in mindestens einem Fall offenbar vollständig. Sein Haus bestätigt, dass einige Gastbeiträge und Reden „mit Unterstützung von KI“ entstanden sind.

Wie die Recherche lief

Die Wochenzeitung Die Zeit hat zahlreiche Äußerungen Wildbergers mit dem Tool Pangram analysiert, einer Software, die Texte auf KI‑Erzeugung prüft. Zusätzlich hat die Zeitung jene Passagen, die Pangram als KI‑generiert markierte, von Menschen nachprüfen lassen. Untersucht wurden 30 Reden und mehrere Gastbeiträge.

Was die Untersuchung ergab

  • Bei zwei Gastbeiträgen, unter anderem im Handelsblatt und in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, fielen typische KI‑Stilmerkmale auf: viele Floskeln, häufige Gedankenstriche, Dreier‑Aufzählungen und vermehrte Verneinungen. Die Texte wirkten stellenweise inhaltlich dünn und sprachlich schwach.
  • Von den 30 Reden deutet laut Auswertung eine Rede in den USA auf eine vollständige KI‑Verfassung hin. Bei sieben Reden war ein Chatbot beteiligt. Vier dieser Reden wurden im Bundestag gehalten, darunter eine Rede im März zur Bedeutung von KI.

Reaktion des Ministeriums

Das Digitalministerium erklärt, Wildberger nutze KI als Arbeitsmittel. KI diene dazu, Gedanken zu ordnen oder Formulierungsvorschläge zu liefern; vor der Übernahme in ein fertiges Statement prüfe, ändere und entscheide immer ein Mensch. Offenlegungen gegenüber den betroffenen Redaktionen hätten nicht stattgefunden; das Ministerium betrachtet den KI‑Einsatz ähnlich wie Textverarbeitung oder Recherche‑Tools.

Wie Medien darauf reagierten

Das Handelsblatt hat den betreffenden Gastbeitrag vom 4. April („Deutschlands Digitalproblem – Viele Projekte, wenig Produkte“) vorübergehend depubliziert und führt nun eigene Prüfungen durch. Die beteiligten Redaktionen wurden laut Bericht nicht im Vorfeld über den KI‑Einsatz informiert.

Kontext aus der Berichterstattung

Es ist in der Politik üblich, Redenschreiber und Hilfsmittel zu nutzen; in der Berichterstattung wird hervorgehoben, dass in diesem Fall neben der auffälligen Qualität einiger Texte auch die fehlende Offenheit gegenüber Medien Aufmerksamkeit erregt hat. Aus dem Ministerium wurde nochmals betont, dass die letztliche Verantwortung beim Menschen liege — das Prüfen, Ändern und Entscheiden bleibe menschliche Aufgabe.

Update

Der ursprüngliche Bericht wurde am 14.06.2026 um weitere Stellungnahmen des Digitalministeriums und des Handelsblatts ergänzt.

Quellen

  • Quelle: Karsten Wildberger
  • Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
  • Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.

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