Deepseek wuchs im Juni deutlich bei US‑Firmen – attraktiv im Preis, umstritten bei Sicherheit.
In Kürze
- Schnellstes Wachstum bei Ramp‑Kunden
- Daten‑ und Wettbewerbsrisiken bei direkter Nutzung
- Preis‑Leistung treibt Adoption
Deepseek zieht im Juni an – aber mit Vorbehalten
Im Juni 2026 war das chinesische Sprachmodell Deepseek laut Daten des US‑Fintechs Ramp das am schnellsten wachsende Software‑Angebot unter Ramp‑Kunden, gemessen am relativen Wachstum zur eigenen Größe. Ramp wertet dafür echte Transaktionen von mehr als 50.000 Unternehmen aus und sieht in dem Anstieg einen auffälligen Trend – wenn auch keinen unumstößlichen.
Wie Firmen Deepseek nutzen – und welche Risiken Ramp sieht
Ramp‑Chefökonom Ara Kharazian betont, dass US‑Firmen Deepseek nicht nur lokal als Open‑Source‑Instanz betreiben: Viele Unternehmen bezahlen Deepseek direkt und schicken über dessen Plattform Daten an den Anbieter. Kharazian warnt deshalb vor Sicherheits‑ und Wettbewerbsrisiken bei der direkten Nutzung chinesischer Modelle und äußert Zweifel daran, dass der Trend dauerhaft anhält.
Technik trifft Preis: Deepseek V4
Deepseek hat kürzlich Deepseek V4 veröffentlicht. Nach Ramp‑Einschätzung kommt das Modell zwar nicht an die leistungsstärksten westlichen Konkurrenten heran, ist dafür aber deutlich günstiger. Der Unterschied in der Performance sei deutlich geringer als der Preisunterschied – ein Faktor, der offenbar für viele Firmen attraktiver wiegt als maximale Leistung.
Ein Blick zurück: Kurzzeitiger Hype und Download‑Trends
Bereits im Januar 2025 gab es bei Ramp einen kurzen Hype: Die Verbreitung unter US‑Firmen stieg auf 0,3 Prozent, fiel dann aber wieder auf 0,1 Prozent zurück. Insgesamt bleiben westliche Anbieter weiterhin führend. Parallel dazu zeigten Download‑Statistiken von Hugging Face aus dem Dezember 2025, dass chinesische Modelle wie Deepseek und Alibabas Qwen 2025 bei den Abrufen populärer neuer Modelle erstmals vorn lagen – sie machten über 44 Prozent dieser Downloads aus.
Warum jetzt wieder Interesse? Sparen und Inferenz‑Plattformen
Einer der möglichen Treiber für Deepseeks Erfolg im Juni ist ein Spartrend bei KI‑Ausgaben vieler Firmen. Zugleich wächst das Angebot sogenannter Inferenz‑Plattformen – Dienste wie Fireworks AI, fal AI und DeepInfra –, über die Unternehmen Modelle nutzen können, ohne sie selbst zu betreiben. Solche Plattformen senken Einstiegshürden und machen preis‑leistungsorientierte Entscheidungen leichter.
Anzeichen für eine „Tokenökonomie”
Es zeichnen sich erste Verschiebungen hin zu einer Tokenökonomie ab: Unternehmen wählen Modelle verstärkt nach Preis‑Leistung aus, die Abrechnung orientiert sich an Nutzungseinheiten (Tokens) statt allein an Marken. Parallel wird weiter über den schwer messbaren ROI von KI diskutiert, während die Preise bei vielen Anbietern steigen.
Was nicht passierte
Die befürchtete „SaaSpocalypse” – das massenhafte Verschwinden etablierter Software durch KI‑Ersatz – blieb aus. Tools wie Figma und Paper sind trotz Konkurrenz durch KI‑Angebote wie Anthropic’s Claude weiterhin stark nachgefragt.
Quellen
- Quelle: Deepseek / Ramp
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




