KlickUp entlässt 22% und setzt auf 3.000 KI‑Agenten

26.05.2026 | Allgemein, KI

KlickUp streicht 22% der Belegschaft und will mit KI‑Agenten Produktivität steigern.

In Kürze

  • 22% Entlassungen als Teil des Umbaus
  • 3.000 interne AI‑Agenten sollen Aufgaben automatisieren
  • Bezahlung künftig stärker nach KI‑Output, Kritik an möglichem Jobabbau

KlickUp hat 22 Prozent seiner Belegschaft entlassen — und behauptet, das sei kein reiner Sparkurs, sondern Teil eines radikalen Umbaus hin zu stärkerer KI‑Nutzung. CEO Zeb Evans spricht davon, die Firma in eine „100x‑Organisation“ zu verwandeln und kündigt an, Mitarbeitende, die mit KI besonders viel schaffen, außerordentlich gut zu bezahlen — er erwähnt sogar Millionengehälter außerhalb üblicher Gehaltsbänder.

Was bei KlickUp konkret passiert

Das Unternehmen hat intern etwa 3.000 sogenannte AI‑Agenten eingeführt: automatisierte Helfer, die komplexe Aufgaben übernehmen sollen. Mitarbeitende sollen diese Agenten anweisen, die Ergebnisse prüfen und gegebenenfalls nachsteuern, statt jede Aufgabe selbst von A bis Z zu erledigen. KlickUp berichtet von bereits messbaren Produktivitätsgewinnen.

Künftig will das Startup diese Automatisierungsfunktionen offenbar auch Kunden als Produktfeature anbieten — und dabei nicht nur die Kosten der KI‑Nutzung zählen, sondern den durch die Technik eingesparten Zeitwert in den Mittelpunkt stellen.

Bezahlung und Anreize

Evans betont, dass diejenigen, die mit KI besonders viel schaffen, deutlich besser bezahlt werden sollen. Hintergrund ist ein anderes Vergütungsmodell: Leistung, gemessen an dem, was durch KI eingespart oder erledigt wird, soll stärker honoriert werden — bis hin zu Vergütungen, die deutlich außerhalb herkömmlicher Lohnskalen liegen.

Wie das in der Branche aussieht

Eine Gartner‑Umfrage zeigt, dass rund 80 Prozent der Firmen, die autonome Technologien einsetzen, bereits Stellen abgebaut haben. Solche Einschnitte führen laut den Befragten nicht automatisch zu klaren finanziellen Vorteilen. Kritikern zufolge nutzen manche Unternehmen große KI‑Versprechen als Vorwand für Personalabbau, ohne dass die erhofften wirtschaftlichen Effekte sauber belegbar sind.

Token‑Nutzung und Kritikpunkte

Ein diskutierter Messwert ist die Token‑Nutzung: Tokens sind eine Maßeinheit für KI‑Anfragen und damit eng verknüpft mit den Kosten. Manche Beobachter warnen vor einem „Tokenmaxxing“ — also dem Maximieren von Token‑Volumen als Selbstzweck — weil das die Ausgaben hochschraubt, ohne zwingend echten Mehrwert zu schaffen.

Folgen für Jobs

Evans sagt, wer seine Arbeit mit KI automatisiert, behalte in der Regel seinen Job. Zugleich räumt er ein, dass durch die zunehmende Übernahme von Aufgaben durch KI insgesamt weniger Menschen benötigt werden könnten. Insbesondere Tätigkeiten, die sich nicht sinnvoll automatisieren lassen, seien gefährdeter — Kündigungen dürften daher auch künftig Teil der Umstellungen bleiben.

Ein extremes Beispiel

Als Extremfall wird das Start‑up Polsia genannt: Es soll praktisch autonom funktionieren und wird von einer einzigen Person geführt. Polsia hat kürzlich 30 Millionen US‑Dollar eingesammelt bei einer Bewertung von rund 250 Millionen US‑Dollar — ein Beispiel dafür, wie weit Automatisierung in manchen Fällen schon reicht.

Quellen

  • Quelle: ClickUp
  • Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
  • Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.

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