ClickUp feuert 22% und setzt massiv auf KI‑Agenten, um Produktivität zu steigern.
In Kürze
- 22% Stellenabbau
- 3.000 KI‑Agenten übernehmen Aufgaben
- Neue Vergütungsmodelle & Token‑Debatte
ClickUp hat rund 22 Prozent seiner Belegschaft entlassen — CEO Zeb Evans nennt das nicht Sparen, sondern eine „radikale Umarmung“ von KI, mit dem Ziel, das Unternehmen in eine „100x‑Organisation“ zu verwandeln.
Evans kündigte den Schritt auf X an und erinnerte daran, dass ClickUp einst mit vier Milliarden Dollar bewertet wurde. Intern setzt das Unternehmen jetzt massiv auf KI: Rund 3.000 sogenannte KI‑Agenten sollen einfache wie komplexe Aufgaben eigenständig übernehmen. Diese Software‑Bots erledigen Arbeiten im Namen der Mitarbeitenden; die Menschen weisen sie an und prüfen die Ergebnisse. ClickUp berichtet, die Agenten hätten die Produktivität merklich erhöht — dieselben Funktionen sollen in Kürze auch Kunden zur Verfügung stehen.
Teil der Ankündigung waren auch neue Bezahlmodelle. Evans versprach, einen Großteil der Einsparungen an die verbleibenden Mitarbeitenden weiterzuleiten: „Millionen‑Dollar“-Gehaltsbänder wurden ins Gespräch gebracht und zusätzliche Zahlungen außerhalb normaler Lohnstrukturen für jene, die mit KI überdurchschnittlichen Wert schaffen.
Doch die Branche liefert ein gemischtes Bild. Eine Gartner‑Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass etwa 80 Prozent der Firmen, die autonome Technik einsetzen, Stellen abgebaut haben. Laut der Studie führten diese Kürzungen allerdings nicht zwingend zu klaren finanziellen Vorteilen. Kritiker werfen einigen Unternehmen vor, unbewiesene KI‑Anwendungen als Vorwand für Personalabbau zu nutzen; ClickUp bestreitet, dass das auf sie zutreffe.
Ein weiterer Streitpunkt ist das Monitoring der KI‑Nutzung über sogenannte Tokens — vereinfachte Maßeinheiten für Nutzung und Kosten bei großen Sprachmodellen. Manche Firmen zählen, wie viele Tokens einzelne Mitarbeitende verbrauchen; dieses Vorgehen wird von Beobachtern als „tokenmaxxing“ kritisiert, weil es angeblich dazu anreize, Volumen statt echten Mehrwert zu produzieren. Evans entgegnet, dass diejenigen, die ihre Arbeit mit KI automatisieren, ihre Jobs behalten würden — wer das nicht schaffe, könne dagegen früher oder später ersetzt werden.
Als Extrembeispiel für maximale Automatisierung steht das Start‑up Polsia: Das Unternehmen betreibt laut eigenen Angaben komplette Software‑Operationen für Solopreneure und wird praktisch von einer einzigen Person geführt. Polsia sammelte kürzlich 30 Millionen Dollar ein und wurde mit 250 Millionen Dollar bewertet.
Die Debatte über Produktivität, Abbau und die richtige Messung von KI‑Leistung bleibt damit offen — und begleitet die rasche Verbreitung von Agenten, Tokens und neuen Vergütungsmodellen in vielen Firmen.
Quellen
- Quelle: ClickUp
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




