Der „This is fine“-Comic wurde offenbar ohne Genehmigung in einer U‑Bahn‑Anzeige eines KI‑Startups genutzt.
In Kürze
- Künstler KC Green nennt die Nutzung „Diebstahl“
- Artisan sagt, man habe Kontakt aufgenommen und Gespräche geplant
- Präzedenzfall Matt Furie zeigt: Urheberrechte können durchgesetzt werden
Werbeaffäre um das „This is fine“-Meme
Du kennst den kleinen Hund aus dem Meme „This is fine“ – jetzt steht die Figur im Zentrum einer Werbeaffäre. Der Comic von KC Green aus seinem Webcomic „Gunshow“ (2013) soll ohne Greens Zustimmung in einer U‑Bahn-Anzeige des KI‑Startups Artisan verwendet worden sein.
Die Anzeige
In der Anzeige wurde der Textrahmen der Szene verändert: Statt des Originals sagt der Hund nun, seine „Pipeline“ brenne, und es wird dazu aufgerufen, „Ava the AI BDR“ einzustellen. (BDR meint hier eine Verkaufs‑/Geschäftsentwicklungsrolle, die Artisan als KI darstellt.)
Reaktion von KC Green
KC Green reagierte deutlich: Er sagte, die Nutzung sei nicht genehmigt und bezeichnete sie als „Diebstahl“. Außerdem forderte er seine Follower dazu auf, die Anzeige zu beschädigen, sollten sie ihr begegnen. Green prüft nach eigenen Angaben rechtliche Schritte — und ärgert sich darüber, Zeit vom Zeichnen für mögliche Verfahren abzweigen zu müssen.
Antwort von Artisan
Artisan antwortete auf Anfragen von TechCrunch, man habe Respekt vor Greens Arbeit, habe ihn kontaktiert und bereits ein Gespräch angesetzt. Das Unternehmen sieht sich nicht zum ersten Mal öffentlichen Debatten ausgesetzt: Frühere Anzeigen mit dem kurzen Slogan „Stop hiring humans“ hatten ebenfalls Kritik ausgelöst. Gründer Jaspar Carmichael‑Jack kommentierte damals, die Botschaft richte sich auf bestimmte Tätigkeiten, nicht auf Menschen im Allgemeinen.
Rechtlicher Kontext
Als Kontext für mögliche rechtliche Auseinandersetzungen wird im Bericht der Präzedenzfall des Cartoonisten Matt Furie genannt. Furie hatte gegen die kommerzielle Nutzung seiner Figur Pepe vorgegangen und schließlich eine Einigung erzielt — ein Beispiel dafür, dass Urheberrechte vor Gericht durchgesetzt werden können.
Aktueller Stand
Die Situation läuft jetzt auf Gespräche zwischen Künstler und Unternehmen sowie auf juristische Prüfungen hinaus; gleichzeitig bleibt offen, wie schnell und in welcher Form Artisan die beanstandete Anzeige ändern oder entfernen wird.
Quellen
- Quelle: Artisan / KC Green
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




