Viele Firmen nutzen generative KI – doch Schulungen bleiben mangelhaft.
In Kürze
- 56% der Unternehmen setzen generative KI ein
- 50% sehen hohen Weiterbildungsbedarf, nur 27% sind geschult
- Größere Firmen schulen häufiger; Lücke im Mittelstand
Viele deutsche Firmen setzen bereits auf generative KI – aber die Schulungen für die Mitarbeitenden bleiben oft aus.
Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands unter 500 Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten (Befragung: 26. Januar–11. März). Demnach nutzen 56 % der Firmen generative KI-Systeme, also Programme, die Texte, Bilder oder Programmcode erzeugen (Beispiele: ChatGPT, Gemini, Claude, Copilot).
Weiterbildungsbedarf ist deutlich, Trainings fehlen aber
Die Hälfte der Unternehmen (50 %) sieht bei KI-Themen einen hohen oder sehr hohen Weiterbildungsbedarf. Gleichzeitig geben jedoch nur 27 % an, dass ihre Mitarbeitenden bereits entsprechende Schulungen erhalten haben. 45 % der Firmen halten derzeit gar keine KI-Weiterbildung für nötig.
Unterschiede nach Betriebsgröße
Die Nutzung und der Qualifizierungsstand hängen auffällig von der Unternehmensgröße ab:
- Große Unternehmen (>250 Beschäftigte): 68 % setzen generative KI ein; 49 % haben ihre Mitarbeitenden bereits geschult.
- Mittlere Unternehmen (50–249): 60 % Nutzung; 32 % haben geschult.
- Kleine Unternehmen (20–49): 53 % Nutzung; 21 % haben geschult.
Besonders im Mittelstand wächst die Lücke zwischen Einsatz und Kompetenzaufbau.
Einstellungen, Strategien und Budgets für Weiterbildung
Zwar bewerten 87 % der befragten Unternehmen Weiterbildung allgemein als (sehr) wichtig, und 75 % geben an, dass Weiterbildungsangebote allen Mitarbeitenden offenstehen. Schriftlich fixiert ist eine Weiterbildungsstrategie jedoch nur bei 29 % der Betriebe.
Beim Budget pro Mitarbeitendem und Jahr verteilen sich die Angaben so:
- 29 %: weniger als 500 €
- Mehrheit: 500–1.000 €
- 18 %: 1.000–2.000 €
- 7 %: mehr als 2.000 €
Warnung vom TÜV-Verband
Joachim Bühler vom TÜV-Verband betont, dass die Nutzung von KI ohne gezielte Qualifizierung riskant sei. Er fordert Unternehmen auf, jetzt in Schulungen für KI-, Digital- und Cyberkompetenzen zu investieren, und spricht sich zugleich für stärkere politische Förderung von Fortbildungen aus.
Quellen
- Quelle: TÜV-Verband / Forsa
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




