Senatoren verlangen jährliche, detaillierte EIA‑Zahlen zum Stromverbrauch von Rechenzentren.
In Kürze
- Verpflichtende, feinere Erhebung gefordert
- KI‑Workloads separat ausweisen
- EIA hat bis 9. April zu antworten
Zwei US-Senatoren fordern von der Energiebehörde EIA jährliche, detaillierte Zahlen zum Stromverbrauch von Rechenzentren — und zwar verpflichtend. Josh Hawley (Republikaner) und Elizabeth Warren (Demokratin) haben der Energy Information Administration in einem Schreiben konkrete Messgrößen und Berichtsintervalle vorgeschlagen. Ohne verlässliche, standardisierte Daten sei die Netzplanung und -aufsicht gefährdet, argumentieren sie. TechCrunch hat das Schreiben eingesehen; Wired hatte zuerst darüber berichtet.
Warum das Thema an Brisanz gewinnt
Der Strombedarf durch Rechenzentren ist in den letzten Jahren massiv gewachsen. Als Beispiel nennen die Senatoren Googles Rechenzentren: Deren Energieverbrauch hat sich zwischen 2020 und 2024 verdoppelt. Prognosen weisen darauf hin, dass neue Rechenzentren den Energiebedarf des Sektors bis 2035 nahezu verdreifachen könnten. Vor diesem Hintergrund verlangen einige Politiker, etwa Bernie Sanders und Alexandria Ocasio‑Cortez, einen Baustopp für neue Rechenzentren, bis es eine Einigung über Regeln für Künstliche Intelligenz im Kongress gibt.
Welche Rolle die EIA spielt
Die EIA (Energy Information Administration) ist die US-Behörde, die Energiedaten erhebt und auswertet — vergleichbar mit einem „Zensusbüro“ fürs Energiesystem. Sie gehört zum Energieministerium und wurde 1977 nach den Ölkrisen gegründet. Aktuell sammelt die EIA Verbrauchsdaten in vier groben Kategorien: Haushalt, Gewerbe, Industrie und Verkehr. Rechenzentren tauchen in diesen Erhebungen nicht als eigene, detaillierte Kategorie auf.
Was die Senatoren konkret verlangen
Hawley und Warren fordern, dass die EIA Daten zu Rechenzentren deutlich granularer erfasst. Zu den gewünschten Angaben gehören:
- Unterscheidung des Energieverbrauchs für KI-Workloads gegenüber „normalen“ Cloud-Diensten,
- Messgrößen wie stündliche Lastprofile, Jahresverbrauch und Spitzenlasten,
- Informationen zu den Strompreisen und Tarifstrukturen, die Rechenzentren zahlen,
- Angaben, ob geplante Großverbraucher Netzaufrüstungen erfordern und wer die Kosten dafür trägt,
- Daten darüber, ob Rechenzentrums-Kunden an sogenannten Demand‑Response‑Programmen teilnehmen (also Programme, bei denen Versorger Großabnehmer dafür bezahlen, zeitweise den Verbrauch zu reduzieren).
Verfahrensweg und Zeitplan
Die Senatoren baten EIA-Chef Tristan Abbey um eine Antwort bis zum 9. April. Die Behörde hat erklärt, sie sei ein „wesentlicher Akteur“ bei der Datensammlung zur Nachfrage von Rechenzentren, hat aber öffentlich noch nicht bestätigt, ob sie sofortige Änderungen einleitet. Formal müssten Änderungen an den EIA‑Umfragen über das Office of Management and Budget (OMB) laufen, inklusive einer öffentlichen Kommentierungsphase. Abbey wies darauf hin, dass der Start einer komplett neuen Erhebung rund zwei Jahre dauern kann, es aber auch schnellere Optionen gebe: kleinere, fokussierte Umfragen könnten zügiger „stärkere Signale“ liefern.
Kurz gesagt: Der politische Druck auf die EIA steigt, detailliertere und regelmäßigere Zahlen zur Belastung des Stromnetzes durch Rechenzentren — insbesondere durch KI‑Workloads — zu liefern. Die Behörde hat bis Anfang April Zeit für eine Reaktion.
Quellen
- Quelle: Josh Hawley / Elizabeth Warren / U.S. Energy Information Administration
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




