Jack Conte (Patreon) mahnt: KI-Unternehmen müssen Kreative für Trainingsdaten vergüten.
In Kürze
- Conte kritisiert „Fair Use“-Rechtfertigung
- Große Lizenzdeals widersprechen unbezahltem Training
- Plädoyer für soziale Regeln und Zahlungen an Einzelkünstler
Auf der SXSW in Austin hat Jack Conte, Gründer und CEO von Patreon, eine klare Linie gezogen: Er ist nicht gegen Künstliche Intelligenz — als Tech-Unternehmer würde das auch wenig Sinn machen — sieht aber Grenzen, vor allem wenn es um die Rechte und die Bezahlung von Kreativen geht.
KI als nächste Welle der Umbrüche
Conte ordnet KI ein wie frühere Umwälzungen: vom Kauf von Alben hin zu Streaming, vom Quer- zum Hochformat bei Videos. Solche Veränderungen bedeuten für ihn nicht automatisch das Aus für Kreative; viele würden sich anpassen und weiterarbeiten. Die Technologie reizt ihn sogar, betont er, doch sie bringt auch Probleme mit sich, die politisch und sozial geregelt werden müssen.
Kritik an Trainingsdaten und „Fair Use”
Seine wichtigste Kritik richtet sich gegen KI-Firmen, die ihre Modelle mit Werken von Künstler:innen, Illustratoren, Musiker:innen und Autor:innen trainieren — oft ohne Bezahlung. Viele Unternehmen berufen sich dabei auf das Prinzip des „Fair Use”. Conte nennt dieses Argument unglaubwürdig: Wenn das Training auf fremden Werken rechtlich eindeutig zulässig wäre, fragt er, warum dieselben Firmen dann millionenschwere Lizenzdeals mit großen Rechteinhabern wie Disney, Condé Nast, Vox oder Warner Music abschließen? Diese Zahlungen würden sich erübrigen, wenn die rechtliche Lage wirklich so klar wäre.
Bezahlung für Millionen Einzelner
Aus Contes Sicht geht es nicht nur um Verträge mit Medienkonzernen, sondern um die Millionen einzelnen Kreativen, deren Arbeiten in Trainingssätzen landen. Als Gründer von Patreon — einer Plattform, die aus eigener Erfahrung entstand, weil er als Musiker Schwierigkeiten hatte, von seiner Arbeit zu leben — nutzt er die Community, um für eine faire Vergütung dieser Kreativen einzutreten. Sein Aufruf: Wenn KI-Modelle von der Arbeit anderer profitieren, sollten die Urheber:innen davon ebenfalls profitieren.
Technikfreund, aber mit sozialem Blick
Conte betont wiederholt, dass er Technik und Wandel nicht per se ablehnt. Ein Teil der Herausforderung finde er sogar spannend. Seine Forderung ist sozial motiviert: Gesellschaften, die Kreativität fördern, stünden insgesamt besser da, argumentiert er. Deshalb müsse die Debatte um KI auch den Schutz und die Unterstützung derjenigen einschließen, die Kultur produzieren.
Menschen versus Sprachmodelle
Zum Abschluss seiner Rede setzte Conte einen Kontrapunkt gegenüber großen Sprachmodellen (LLMs): Menschen würden lange weiter Werke schaffen und genießen. Große Künstler:innen reproduzierten nicht einfach Bestehendes; sie bauten darauf auf und trieben Kultur voran. KI-Modelle mögen Texte vorhersagen können — echte kreative Leistung entsteht darüber hinaus, so sein Argument.
Quellen
- Quelle: Patreon
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




