Bytedance hat den weltweiten Start von Seedance 2.0 wegen massiver Urheberrechtsklagen großer Studios gestoppt. Ein neuer Termin steht noch aus.
In Kürze
- Geplante BytePlus-API und Nutzer-App sollten Kurzvideos automatisch erzeugen
- Studios wie Disney, Netflix und Warner klagen wegen realistischen Szenen
- Bytedance baut Filter und prüft juristische Schritte; Start unklar
Bytedance hat den weltweiten Start seines KI-Videogenerators Seedance 2.0 vorerst gestoppt — offiziell wegen heftiger Urheberrechtsstreitigkeiten mit Hollywood.
Ein neuer Starttermin steht noch nicht fest; ursprünglich war Mitte März geplant.
Was geplant war
Seedance 2.0 sollte über Bytedances Cloud-Plattform BytePlus per API für Startups und Firmen angeboten werden. Parallel war eine App für Nutzer außerhalb Chinas vorgesehen, über die sich Kurzvideos automatisch erstellen lassen sollten. Nach dem Stopp arbeiten inzwischen Juristen und Ingenieurteams an Lösungen.
Warum der Stopp kam
Auslöser sind zahlreiche Beschwerdeschreiben großer Studios. Seedance 2.0, das Ende Februar in China erschienen ist, erzeugte sehr realistische Szenen, die viral gingen — etwa ein inszenierter Kampf zwischen Brad Pitt und Tom Cruise oder ein Lichtschwert-Duell zwischen Darth Vader und Deadpool. Disney schrieb in einem Unterlassungsschreiben, Bytedance habe offenbar eine „Piratenbibliothek“ geschützter Figuren genutzt. Auch Netflix, Warner Bros., Paramount, Skydance und Sony schickten ähnliche Schreiben.
Branchenreaktionen
Der Branchenverband Motion Picture Association sprach von „systemischer Rechtsverletzung“, also dem Vorwurf, dass das Modell systematisch urheberrechtlich geschütztes Material reproduziere. Die Schauspielgewerkschaft SAG-AFTRA forderte ebenfalls ein Ende der Verstöße. In Japan läuft zudem eine Untersuchung zu möglichen Verletzungen bei Anime-Figuren.
Bytedances Gegenmaßnahmen
Bytedance sagte der BBC, man respektiere geistiges Eigentum und arbeite an stärkeren Schutzmaßnahmen. Während die Rechtsabteilung juristische Wege prüft, bauen Entwickler Schutzfilter und andere Mechanismen in das System ein, um weitere Urheberrechtsverstöße zu verhindern. Nutzer in China melden allerdings schon Probleme: Harmlos gemeinte Anfragen würden teilweise blockiert oder abgelehnt — offenbar arbeitet die Filterung sehr strikt.
Kontext
Dass Anbieter erst nach Veröffentlichung mit Rechtsfragen konfrontiert werden, ist kein Einzelfall: Auch andere große KI-Firmen sahen sich bereits ähnlichen Vorwürfen gegenüber. Wie und wann Seedance 2.0 nun doch global starten kann, hängt von den juristischen Klärungen und den technischen Anpassungen ab.
Quellen
- Quelle: ByteDance
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




