KI spart Zeit, doch viele Stunden gehen in Korrekturen verloren.
In Kürze
- 85% sparen 1–7 Std./Woche; bis zu 40% fließen in Nacharbeit
- Zapier: Ø 4,5 Std. Korrekturen pro Woche
- Trainings fehlen oft; Qualitäts- und Datenschutzrisiken
KI spart Zeit — aber ein großer Teil geht wieder für Korrekturen drauf
KI-Tools, die automatisch Texte, Bilder oder andere Inhalte erzeugen, versprechen Effizienzgewinne. Zwei neue Umfragen zeigen: Mitarbeitende gewinnen tatsächlich Stunden, verbringen einen beträchtlichen Teil davon aber damit, fehlerhafte KI-Ergebnisse zu berichtigen.
Was die Zahlen sagen
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Workday befragte weltweit 3.200 Angestellte aus Unternehmen mit mindestens 100 Mio. USD Umsatz. Rund 85 % der Befragten geben an, durch KI 1–7 Stunden pro Woche einsparen zu können. Gleichzeitig fließt bis zu 40 % dieser Zeit in Nacharbeit an fehlerhaften Resultaten; nur 14 % erzielen demnach durchgehend ein klares Netto-Plus.
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Weiterbildung fehlt dort, wo sie am nötigsten wäre: Zwar sehen etwa zwei Drittel der Führungskräfte Trainings als Priorität, aber unter den Mitarbeitenden, die die meisten Korrekturen leisten, haben nur 37 % Zugriff auf Schulungen. 32 % der Firmen reagieren anders: Sie erhöhen die Arbeitslast und erwarten, dass Beschäftigte sich selbstständig mit KI beschäftigen.
Wie viel Zeit geht konkret verloren?
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Zapier befragte 1.100 KI-Anwender in Unternehmen. Im Schnitt verbringen sie 4,5 Stunden pro Woche damit, schlechte KI-Inhalte nachzubearbeiten. 58 % geben an, mindestens 3 Stunden zu investieren, 35 % mindestens 5 Stunden, und 11 % sogar 10 Stunden oder mehr pro Woche. Nur 3 % sagen, KI müsse selten korrigiert werden.
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Trotz des Aufwands fühlen sich 92 % der Befragten produktiver durch KI; etwa die Hälfte berichtet von deutlichen Produktivitätssteigerungen, nur 1 % vermeldet negative Effekte.
Risiken und Abteilungsunterschiede
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Negative Folgen tauchen dennoch häufig auf: 74 % der Zapier-Teilnehmer berichten von Problemen wie Kundenbeschwerden, Datenschutz- oder Sicherheitsvorfällen oder abgelehnter Arbeit wegen Qualitätsmängeln.
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Der Aufwand und die Probleme variieren nach Abteilung:
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Ingenieur/IT/Data: durchschnittlich rund 5 Stunden Nacharbeit; 78 % berichten von Problemen.
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Finanzen/Buchhaltung: etwa 4,6 Stunden; 85 % berichten negative Folgen.
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Vertrieb/Kundensupport: circa 3 Stunden; 62 % berichten Probleme.
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Was Unternehmen sagen und Fachmeinungen
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In der Debatte tritt das Versprechen unbegrenzter Produktivität etwas in den Hintergrund; stattdessen geht es häufiger um harte Arbeit an Prozessen, Schulungen und Kontrollen. Satya Nadella hat dieses Thema beim Weltwirtschaftsforum angesprochen.
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Große Beratungsstudien von Deloitte, PwC und BCG zeigen ebenfalls vorsichtigere Erwartungen: Viele Firmen sehen bisher keinen klaren, messbaren Wert. PwC nennt nur rund 12 % der Unternehmen, die bereits messbare Kostensenkungen und zusätzlichen Wert durch KI erzielt haben.
Quellen
- Quelle: Workday / Zapier
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




