Das Weiße Haus verbreitete ein KI-verändertes Foto einer Aktivistin und löste eine Debatte über Bildmanipulation in der Politik aus.
In Kürze
- Aktivistin wirkt auf dem verbreiteten Bild weinend.
- Forensik-Tools melden Spuren von Bildbearbeitung.
- Bild könnte juristisch als Vorverurteilung relevant sein.
Das Weiße Haus hat ein mit künstlicher Intelligenz verändertes Foto einer Bürgerrechtsaktivistin verbreitet — und löste damit eine neue Debatte über manipulierte Bilder in der politischen Kommunikation aus.
Auf dem Originalfoto, das Heimatschutzministerin Kristi Noem kurz zuvor geteilt hatte, ist Nekima Levy Armstrong mit gefasster Miene zu sehen, wie sie von einem Beamten abgeführt wird. Das vom Weißen Haus verbreitete Bild zeigt dieselbe Szene, doch Armstrong wirkt darauf verheult und blickt klagend in die Kamera. Analyse-Tools zur Bilderkennung meldeten Spuren von Bildbearbeitung und bestätigten damit Hinweise auf eine KI-gestützte Manipulation. Ein Sprecher des Weißen Hauses reagierte gelassen: „die Memes werden weitergehen“.
Du solltest wissen:
Solche KI-veränderten Aufnahmen sind bei diesem Regierungsteam kein Einzelfall. Auf Truth Social, dem Netzwerk von Ex-Präsident Trump, kursieren zahlreiche mehr oder weniger offensichtliche KI-generierte oder -veränderte Bilder. Eines der zuletzt beachteten Beispiele zeigte europäische Vertreter im Oval Office vor einer Karte, auf der ganz Nordamerika als US-Flagge dargestellt war.
Die Aufnahme von Armstrong ist deshalb besonders brisant, weil sie eine Zivilistin zeigt und in einem möglichen Gerichtsverfahren relevant werden könnte. The Intercept zitierte einen Anwalt mit der Einschätzung, das manipulierte Bild lasse die Frau schuldig erscheinen und könne als Vorverurteilung gewertet werden.
Zum Hintergrund:
Armstrong wurde am Donnerstag im Zusammenhang mit einem Protest in einer Kirche in St. Paul bei Minneapolis festgenommen. Dabei sollen Demonstrierende einen Gottesdienst unterbrochen und Parolen wie „ICE raus“ und „Gerechtigkeit für Renee Good“ gerufen haben — Bezug nehmend auf eine 37-Jährige, die Anfang Januar bei einem Einsatz von Einheiten der Einwanderungsbehörde ICE erschossen wurde. Der Protest richtete sich gegen einen Pastor, dem vorgeworfen wird, bei ICE vor Ort eine Leitungsfunktion gehabt zu haben. Neben Armstrong wurde laut Behörden auch Chauntyll Louisa Allen festgenommen.
Die Festnahmen sorgten in der Politik in Minnesota für scharfe Kritik und befeuerten die Debatte darüber, wie Bildmanipulationen und politische Kommunikation in Zukunft zusammenwirken.
Quellen
- Quelle: Weißes Haus
- Der ursprüngliche Artikel wurde hier veröffentlicht
- Dieser Artikel wurde im Podcast KI-Briefing-Daily behandelt. Die Folge kannst du hier anhören.




